Der Spinnmaschinen-Hersteller Rieter hat in der ersten Jahreshälfte seine Profitabilität gesteigert. Dazu trugen Einsparungen nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses bei. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) schnellte hoch um 60 Prozent auf 46,1 Millionen Franken.

Damit stieg der Betriebsgewinn stärker als der Umsatz an. Der Umsatz wuchs gestützt auf den hohen Bestellungsbestand vom Jahresanfang um 6 Prozent auf 553,9 Millionen Franken, wie Rieter am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich verdiente das Winterthurer Unternehmen 29,1 Millionen Franken, nach 14,3 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum.

Einsstellungsstopp in der Schweiz

Die Steigerung der Profitabilität führt der Industriekonzern unter anderem auf die eingeleiteten Kostenmassnahmen zurück. Rieter hatte auf die Aufgabe des Euro-Mindestkurses reagiert, indem das Unternehmen am Standort Winterthur die Sparschraube anzog.

So verfügte Rieter im März einen Einstellungsstopp in der Schweiz und handelte mit Lieferanten Rabatte aus. Zurzeit fallen beim Unternehmen noch 34 Prozent der Kosten in Franken an. Diesen Anteil will Rieter aber mittelfristig senken.

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Weitere Straffung der Produktion

In den kommenden Monaten stünden Massnahmen zur Senkung des Einkaufsvolumens in Franken sowie zur Straffung der Produktionsstruktur in Winterthur im Vordergrund, hiess es.

Ob dies einen Abbau für die rund 850 Festangestellten in Winterthur nach sich zieht, ist offen. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, nach den Sofortmassnahmen werde ein Paket an mittelfristigen Massnahmen sorgfältig geschnürt, um den Standort effizienter zu machen. Es sei noch zu früh, um Details zu nennen.

Mehr Angestellte weltweit

Weltweit ist die Zahl der Angestellten innert Jahresfrist von 4835 auf 5150 gestiegen. Der Zuwachs fand vorwiegend in Tschechien statt. Umgekehrt wurde die Zahl der temporären Mitarbeitenden reduziert. Bei den Investitionen kürzte Rieter die Ausgaben zudem um gut 40 Prozent.

Zum positiven Ergebnis trug gemäss der Mitteilung die positive Entwicklung der drei Geschäftsbereiche Maschinen, Technologiekomponenten und Serviceleistungen (After-Sales) bei. Den Löwenanteil zum Umsatz steuert mit 71 Prozent das Maschinengeschäft bei. Hier nahm Rieter 4 Prozent mehr ein als im Vorjahr.

Bestellungseingang eingebrochen

Der Markt sei jedoch von der Investitionszurückhaltung der Spinnereien geprägt, schrieb Rieter. Das sei einerseits auf tiefe Margen der Spinnereien und andererseits auf die weltweiten Währungsturbulenzen zurückzuführen.

Der konzernweite Bestellungseingang gab um satte 41 Prozent auf 388,3 Millionen Franken nach. Für das Gesamtjahr erwartet Rieter einen niedrigeren Umsatz sowie einen geringeren Betriebs- und Reingewinn als 2014.

(sda/ise/me)