Das Mittelklassemodell 508 ist ein Beispiel dafür, wie die französische Marke in Zukunft die von der EU vorgeschriebenen anspruchsvollen Energiespar- und Emissionsziele erreichen will. Und damit auch in der Schweiz punkten kann. Hierzulande wird der Peugeot 508 ab März mit einem 1,6-Liter-Benzinmotor (zwei Leistungsstufen) und drei Dieseltriebwerken mit Hubraumgrössen von 1,6, 2,0 und 2,2 Liter (vier Leistungsstufen) auf den Markt geschickt. Als Speerspitze in Sachen Umweltverträglichkeit dient der 1,6-Liter-Diesel (e-HDi), der eine Leistung von beachtlichen 112 PS auf die Räder bringt. Doch mehr als die Leistung stehen der Durchschnittsverbrauch von 4,2 Liter für 100 km und ein CO?-Ausstoss von lediglich 109 Gramm/Kilometer im Fokus. Im Sommer soll der CO?-Wert sogar auf 99 Gramm sinken. Erreicht werden diese tiefen Werte unter anderem mit einem kleinen Hubraum, verbunden mit einer sehr effektiven Verbrennung, einer Start-Stopp-Automatik sowie einem hochwirksamen Russpartikelfilter (RPF).

Der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus

Mit diesem Filter macht Peugeot seit Jahren Schlagzeilen. Zuerst war der RPF allerdings von der Konkurrenz als Werbegag belächelt worden. Doch er hat seine Wirksamkeit bewiesen, heute sind RPF in allen Dieselmodellen Standard. Zusammen mit den weiteren Einsparmassnahmen sind die Franzosen ihrer Konkurrenz, nicht zuletzt der deutschen, eine Nasenlänge voraus. Der neue Peugeot 508 dürfte mit diesen Verbrauchswerten das vorerst sparsamste Modell im Mittelklassesegment sein.

Trotz Sparsamkeit wird im Pflichtenheft des 508 Komfort grossgeschrieben. So wurde eine Reiselimousine entwickelt (das Fahrzeug ist unter der Bezeichnung SW auch als Kombi erhältlich), die auch höheren Ansprüchen zu genügen vermag. Neben einem sehr gepflegten Interieur bietet der Wagen mit einer Länge von 4,8 Metern vier bis fünf Personen bequem Platz. Auf der anderen Seite darf man vor allem vom 1,6-Liter-e-HDi in Sachen Beschleunigung keine Wunder erwarten. Dennoch ist der Peugeot trotz «Sparmotor» deswegen noch lange kein Verkehrshindernis. Ausserdem erhoffen sich die Franzosen von dieser Version grossen Zuspruch bei den Flottenkunden, für die Sparsamkeit, Umweltverträglichkeit und Komfort besonders entscheidende Faktoren sind.

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Wer ein stärkeres Triebwerk bevorzugt, der kann einen 2-Liter-Diesel wählen; das Top-Modell ist mit einem 2,2-Liter-Diesel-triebwerk (508 GT) ausgestattet. Laut Werksangaben liegt der Mix-Verbrauch für dieses Aggregat unter 6 Liter für 100 Kilometer; der CO?-Ausstoss wird mit 150 Gramm pro Kilometer angegeben. Kunden, die sich mit einem Diesel nicht anfreunden wollen, können den 508 mit einem 1,6-Liter-Benziner mit und ohne Turbotechnik wählen. Der Durchschnittsverbrauch liegt für diese Aggregate zwischen 6,4 und 8,2 Liter.

Gearbeitet wird auch am Hybridmotor

Bemerkenswert an den niedrigen Verbrauchs- und Emissionswerten für den 508 ist, dass sie ohne Hybridantrieb realisiert werden konnten. Ein solcher ist aber für nächstes Jahr vorgesehen. Peugeot plant als erster Hersteller, einen Diesel- statt einen Benzinmotor mit dem Elektromotor zu kombinieren. Der Verbrauch soll nach Werksangaben unter 4 Liter für 100 Kilometer liegen. Bis heute bieten verschiedene Marken - auch Marktführer Toyota - Hybridfahrzeuge immer in Verbindung mit Benzinmotoren an.

Der Peugeot-Hybrid wird noch eine weitere Besonderheit haben: Die Vorderachse treibt das Dieselaggregat an, die Hinterachse der Elektromotor. Damit entsteht ein neuartiger Allradantrieb.