Der erste Streich zur Stärkung des Schweizer Finanzplatzes fällt zugunsten der Hedge-Fonds: Ihre Besteuerung soll dergestalt geregelt werden, dass die Abgabelast im Vergleich mit anderen Finanzplätzen «konkurrenzfähig» – sprich ausreichend tief – ausfällt. Das mag auf den ersten Blick verwundern, ist doch die Bedeutung der Vehikel hierzulande marginal. Von den knapp 520000 in der Schweiz gehandelten Fonds konzentrieren sich 40000 auf alternative Anlagen. Spezialisierte Dachfonds, sogenannte Funds-of-Hedge-Fonds, gibt es wenig mehr als 400. Wieso die privilegierte Behandlung? Die Antwort: Weil dem Finanzplatz kaum eine andere Wahl bleibt.

Steueranreize sind entscheidend

Denn das Fondsgeschäft mit dem nahen Ausland ist bereits voll reguliert, und zwar nach EU-Richtlinien. Und diese kann das Nicht-EU-Mitglied Schweiz nicht übernehmen. Damit verbleiben als Wachstumsquelle, abgesehen von Abstechern in die asiatischen Märkte, nur die bis dato kaum regulierten Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften. Doch diese sind es sich gewohnt, umworben zu werden, und verlangen nach einem Sonderstatus. Zuerst und zuletzt bei der Besteuerung. «Anreize bei der Besteuerung sind entscheidend, um Spezialisten aus dem Bereich alternative Anlagen in die Schweiz zu locken», sagt Felix Haldner, Partner und Leiter Investment Structures beim auf alternative Anlagen spezialisierten Vermögensverwalter Partners Group.

«Hedgies» sind heiss begehrt

Gerade hier bereitet das Schweizer Steuersystem aber Schwierigkeiten: Die als selbstständig Erwerbende geltenden Hegde-Manager müssen ihr Einkommen aus Managementgebühren und Kapitalgewinnen, den «Carried Interest», zu Sätzen von etwa 40% versteuern. Die «Hedgies» haben sich jedoch an Sätze unter 20% gewöhnt. Deshalb hat es die Arbeitsgruppe Steuerungsausschuss Dialog Finanzplatz (Stafi) im Eiltempo unternommen, aufgrund der geltenden Steuergesetze die Belastung gegen 20% anzupassen. Etwa, indem zwischen Manager und Kunden eine juristische Person geschaltet wird, die nicht den hohen Einkommenssteuern unterliegt.

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Noch ist aber der Dialog nicht abgeschlossen. Auch nicht gegenüber den Private-Equity-Gesellschaften, die abseits der Börsen anlegen. Besonders gerne gesehen wären jene Gruppen, die grenzüberschreitend investieren. Doch die sitzen (noch) ennet der Grenze: In London und New York, den führenden Finanzplätzen der Welt.