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Spenden für Medaillen: Easyjet wählt Billigtarif

Teuer wird die Spendenaktion für Easyjet nicht, trotzdem gilt die PR-Aktion für Experten als gelungen. (Bild: ZVG)

Easyjet spendet für jede Schweizer Olympiamedaille Geld an Unicef - und kommt so günstig an Aufmerksamkeit. Selbst ein Medaillenregen hätte die Fluglinie kaum etwas gekostet.

Von Stefan Eiselin
am 08.08.2012

Pünktlich zum Start der Sommerspiele packte auch das Management von Easyjet Schweiz das Olympiafieber – oder zumindest dessen Marketingabteilung. Als zweitgrösste Fluggesellschaft des Landes wünsche man den 102 Schweizer Sportlerinnen und Sportler viel Erfolg, liess es in einer Medienmittelung verlauten. «Wir verkörpern die gleichen Werte wie die Athletinnen und Athleten: Höchstleistung, Einsatz und Teamgeist», ergänzte Verkaufsdirektor Thomas Haagensen.

Die Fluglinie verband die guten Wünsche mit wohltätigem Engagement. Für jede Schweizer Goldmedaille spende man 1000 Franken an Unicef, für Silber 500 und für Bronze 200 Franken.

Mit der Goldmedaille von Triathletin Nicola Spirig und der silbernen Auszeichnung für Roger Federer kommt Easyjet bislang überaus günstig weg. «Wir verliessen uns bei dieser Solidaritätsaktion auf die Prognosen von Swiss Olympic, die von 8 bis 10 Medaillen für die Schweizer Delegation ausging. Wir sind genauso traurig wie alle Schweizerinnen und Schweizer, dass der Medaillensegen weniger grosszügig ausgefallen ist», sagt Marketingchef Peter Voets.

Doch so richtig einschenken hätte die Aktion sowieso nie können, zu gering sind die Einsätze. Selbst an den Erfolgsspielen von Atlanta im Jahr 1996, als die Schweiz viermal goldenes und dreimal silbernes Edelmetall holte, hätte die Fluggesellschaft dem Kinderhilfswerk der Uno lediglich 5500 Franken überweisen müssen.

Auch der olympische Rekord aus Schweizer Sicht hätte Easyjet nicht aus dem Lot gebracht – wenn das Unternehmen damals schon existiert hätte: 1924 in Paris schnappte sich die Schweiz 25 Medaillen. Theoretischer Kostenpunkt für die Airline: 13'000 Franken.

«Teil einer grossangelegten Partnerschaft»

Für PR-Experten ist die Aktion dennoch gelungen. «Karitatives Engagement kann genutzt werden, um sich ins Gespräch zu bringen. Und wenn man das noch mit einem aktuellen Ereignis verbinden kann, ist die Aufmerksamkeit sicher noch grösser», sagt Expertin Irene Messerli vom Zürcher PR-Büro Bernet.

Und Easyjet Schweiz-Manager Voets betont: «Die Olympiaspende ist Teil einer grossangelegten, europaweiten Partnerschaft zwischen Easyjet und Unicef. Wir engagieren uns also auf verschiedenen Ebenen für das Kinderhilfswerk.»

 

Olympia 2012 in Bildern:

 
 
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