Vielen Anlegern sind die Vorteile von Exchange Traded Funds (ETF) längst bekannt: Sie ermöglichen einen einfachen und kosteneffizienten Zugang zu zahlreichen Kapitalmärkten der Welt. Der Grundgedanke dieser Anlageprodukte ist die Abbildung der Wertentwicklung eines Indexes. Dabei ist es nicht die Aufgabe, eine Benchmark zu schlagen, sondern vielmehr den Referenzindex möglichst exakt nachzubilden.

Mit dem Einsatz von ETF kann ein Wertpapierportfolio mit nur wenigen Transaktionen äusserst kostengünstig und breit diversifiziert werden. Zudem ist der Arbeitsaufwand gegenüber Direkt-anlagen minimal. Das weltweit verwaltete Vermögen von ETF brachte es Ende 2009 auf den Stand von 1032 Milliarden Dollar. Damit wurde erstmals die Schwelle von 1 Billion überschritten. Das globale ETF-Angebot umfasst aktuell 2131 Produkte von 113 Anbietern. Allein an der Schweizer Börse sind bis heute 352 ETF kotiert.

Darauf sollten Anleger achten

Bei der stetig wachsenden Fülle von ETF wird es jedoch für Anleger zunehmend schwieriger, den Überblick zu behalten und den für sie geeigneten ETF zu finden. Dabei den Fokus lediglich auf die ausgewiesene Verwaltungsgebühr oder Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio: TER) zu richten, reicht nicht aus. Auch die Replikationsmethode per se ist nicht der entscheidende Faktor, um die Qualität eines ETF zu beurteilen. Sowohl die direkte als auch die synthetische Nachbildung mittels Swaps kann gut oder weniger gut umgesetzt werden. Nach unseren Berechnungen liefert nicht der günstigste ETF die beste Qualität, sondern die Kombination von mehreren Faktoren: Der Anbieter sollte über langjährige Erfahrung im Aufsetzen und Managen von passiven Anlagelösungen verfügen. Hierfür ist sehr spezielles Know-how erforderlich, das nur über Jahre in einem Unternehmen aufgebaut werden kann. Das Fondsdomizil gibt Aufschluss darüber, ob ein ETF steuerlich optimal positioniert ist. Die Wahl des Domizils ist abhängig von den im Index enthaltenen Titeln.

Anzeige

Ein weiterer Punkt, den die Anleger beachten sollten, ist die Handelsspanne. Die Liquidität eines ETF wird durch den Market Maker garantiert, der die Geld- und Brief-kurse feststellt. Hierbei fallen Handelskosten an. Es ist wichtig, dass die Geld-Brief-Spanne möglichst gering ist, da dies Auswirkungen auf die Wertentwicklung der Anlage hat.

Derzeit wird der ETF-Markt noch sehr stark von institutionellen Investoren dominiert. Diese nutzen ETF, um nahezu jede Anlagestrategie umzusetzen.

Zurückhaltung der Privatanleger

Bei Privatanlegern sind ETF hingegen noch weniger präsent, was in erster Linie daran liegt, dass es sich dabei noch um ein relativ junges Investmentprodukt handelt. Aber auch Privatanleger haben einfache Möglichkeiten, um in ETF zu investieren. Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds oder Zertifikaten sind diese einfach aufgebaut und sehr transparent. Zunächst ist es wichtig, den richtigen Index für das individuelle Anlageziel zu wählen. So werden manche Indizes nach schwer nachvollziehbaren Kriterien berechnet. Privatanleger sollten sich grundsätzlich auf etablierte Indizes konzentrieren, die möglichst breite Teile des Marktes oder einen Gesamtmarkt abdecken. Hierzu zählen beispielsweise auf der Aktienseite die MSCI-Indizes. Gleiches gilt auch für Anleihenindizes. Anleger sollten genau verstehen, was in einem Index enthalten ist und welches Rendite-Risiko-Profil zugrunde liegt. Wichtig sind zum Beispiel die Restlaufzeiten der enthaltenen Anleihen sowie die Kreditwürdigkeit der im Index enthaltenen Titel.

ETF bleiben en vogue

ETF zählen zu den kostengünstigsten Anlageinstrumenten überhaupt. Auch für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich ETF. So hat die Credit Suisse ihre ETF-Palette sparplanfähig gemacht. Fondssparpläne eignen sich insbesondere für Anleger, die langfristig ihr Vermögen mit Wertschriften aufbauen wollen. Zusammenfassend lässt sich feststellen: ETF bieten eine kalkulierbare Performance, eine gute Kostenstruktur, Flexibilität durch börsentäglichen Handel, hohe Liquidität und Transparenz.