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Interview
Spiesshofer: ABB kauft «ungeliebtes Kind» von GE

Spiesshofer: ABB kauft «ungeliebtes Kind» von GE
Ulrich Spiesshofer: Lenkt den ABB-Konzern. Keystone

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer über den jüngsten Milliarden-Deal mit General Electric, das Wachstumsziel und über das Thema Digitalisierung.

Von Stefan Barmettler
2017-09-27

Anfang der Woche kündigte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer einen Grosseinkauf in den USA an. Für 2,6 Milliarden Dollar übernimmt der Schweizer Industriekonzern die Elektrifizierungssparte von General Electric (GE). Der Preis für die GE-Sparte ist hoch, die Rentabilität tief. Das Elektrifizierungsgeschäft sei beim Riesen GE «so etwas wie das ungeliebte Kind, das eigentlich nicht so richtig ins Portfolio» gepasst habe. Bei ABB aber sei es das Kerngeschäft, erklärt Spiesshofer im «Handelszeitung»-Interview.

Gemäss seinem Aktionsplan wird die Profitabiliät des Zukaufs schon bald auf ein wettbewerbsfähiges Niveau angehoben. Weiter verweist er auf die «umfangreiche Lieferpartnerschaft mit GE», die zum Deal gehöre. Damit bekäme ABB «besseren Zugang zum attraktiven nordamerikanischen Markt». Gemäss dem ABB-Chef werde sich der Zukauf bereits im ersten Jahr positiv auf das Ergebnis des Milliardenkonzerns auswirken. 

Aggressiver Wachstumskurs

Spiesshofer fährt seit Anfang Jahr einen aggressiven Wachstumskurs. Er strebe jährlich ein organisches Wachstum von 3 bis 6 Prozent an, sagt er. Obendrauf kämen dann noch Akquisitionen.

Im Frühling kaufte er den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker + Rainer für geschätzte 1,5 Milliarden Dollar. Der Kauf der GE-Elektrosparte ist bereits der zweite Milliarden-Deal. 

Digitalisierung geht weiter

Klar ist gemäss Spiesshofer, dass ABB die Digitalisierung weiter vorantreibt. Dazu gehöre auch, dass Firmen ihre Mitarbeitenden weiter qualifizierten. Er ist überzeugt: «Die Unternehmen, die in diesem Bereich vorne dran sind, werden im Wettbewerbsumfeld auf der Gewinnerseite sein, weil sich eine motivierte Belegschaft aufs Geschäftsergebnis auswirkt.»

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