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Vorwürfe
Spitex-Firma lässt Angestellte 156 Stunden arbeiten

Spitex (Symbolbild): Eine Problembranche.   Keystone

Überstunden, Tieflöhne, Jobunsicherheit: Zwei ehemalige Mitarbeiterinnen der Zürcher Spitex-Firma Primula erheben schwere Vorwürfe gegen ihre Ex-Arbeitgeberin.

Veröffentlicht am 04.05.2014

Die private Betagtenbetreuung ist eine Problembranche. Wie gravierend die Missstände sind, zeigt der Fall der polnischen Pflegerinnen Anna Borejsza (36) und Grazia Dydymska (48). Sie erheben im «SonntagsBlick» schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige Arbeitgeberin, die Küsnachter Spitex-Firma Primula AG. Gemäss Dokumenten hat Dydymska Einsätze von bis zu 156 Stunden am Stück absolviert. Allein im Oktober 2013 kam sie auf 634 Einsatzstunden.

«Solche Arbeitsbedingungen wären in Polen undenkbar», sagt Dydymska. Der Geschäftsführer der Primula AG äussert sich nicht zum Fall. Das Echo in der Branche ist jedoch einhellig: Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter sind empört. Margaretha Stettler, Präsidentin des Betreuungsverbands Zu Hause leben, kündigt an: «Wir wollen Skandalfirmen künftig härter anpacken.»

Neuer GAV für die Branche

Zu diesem Zweck haben sich die Sozialpartner auf einen GAV Betagtenbetreuung geeinigt, der Mitte Mai verabschiedet werden dürfte. Er sieht unter anderem eine Erhöhung des Mindestlohns auf 22 Franken vor. Zur Durchsetzung des GAV sollen die Arbeitskontrollen massiv ausgeweitet werden.

(se)

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