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Spitzenergebnis bei Bertelsmann

Bertelsmann-Hauptquartier in Gütersloh (Bild: Keystone)

Bertelsmann hat die Werbekrise endgültig abgehakt. Europas grösster Medienkonzern hat eines der besten Ergebnisse der Firmengeschichte eingefahren - und will in diesem Jahr noch mehr verdienen.

Veröffentlicht am 29.03.2011

2009 hatte Bertelsmann wegen schwacher Werbemärkte noch 35 Millionen Euro verdient und damit nur knapp schwarze Zahlen geschrieben. Im vergangenen Jahr schoss das Konzernergebnis dann auf 656 Millionen Euro in die Höhe. Damit wurden die eigenen Prognosen deutlich übertroffen. Für dieses Jahr peilt das Unternehmen aus Gütersloh erneut ein höheres Konzernergebnis an, weil dann weniger Abschreibungen erwartet werden.

Der Umsatz stieg um 4,5 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Hartmut Ostrowski am Morgen in Berlin sagte. "Getragen wurde diese Entwicklung von der allgemeinen konjunkturellen Erholung, insbesondere in den Werbemärkten." Gut ein Viertel seines Umsatzes macht Bertelsmann mit Werbung. Wachstumsmärkte sieht das Unternehmen jedoch auch bei Musikrechten, im Dienstleistungssektor, digitalen Inhalten und Bildungsangeboten.

Zugpferd RTL

"Nie zuvor waren unsere Geschäfte so profitabel", sagte Ostrowski. Die Umsatzrendite im Konzern lag bei 11,7 Prozent. Das heisst, von 1000 Euro Erlös blieben 117 Euro als Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen übrig. Mit Abstand wichtigster Ertragsbringer war erneut der Unterhaltungskonzern RTL Group. Jedoch trugen auch die Dienstleistungstochter Arvato, der Buchverlag Random House sowie Gruner+Jahr zum Zuwachs bei Umsatz und Gewinn bei. Die Erlöse der Buchclubsparte Direct Group schrumpften dagegen um 200 Millionen Euro, weil mehrere ausländische Töchter verkauft wurden.

Bertelsmann fuhr seine Verschuldung weiter zurück. Vor einigen Jahren hatte ein grosser Aktienrückkauf dem Konzern hohe Verbindlichkeiten aufgebürdet. Jetzt liegen die Netto-Finanzschulden wieder unter zwei Milliarden Euro.

"Das Thema Verschuldung ist für uns abgehakt. Bertelsmann ist aus finanzieller Sicht wieder bereit zu investieren", sagte Finanzvorstand Thomas Rabe. Die "Investitionskapazität" liege bei einer Milliarde Euro. Ende 2010 beschäftigte der Konzern weltweit rund 104'400 Mitarbeiter, 1700 mehr als ein Jahr zuvor.

(cms/laf/awp)

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