Der weltgrösste Hersteller von Sportschuhen hat im letzten Rennen eine neue persönliche Bestleistung erzielt. Im Geschäftsjahr 2006/07 konnte Nike sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Rekorde verzeichnen. «Vor allem das Auftragsbuch verheisst Gutes», kommentiert Ulrich Steiner, Analyst bei Clariden Leu. Für Juli bis November 2007 ist die Auftragslage 12% höher als im Jahr zuvor.


Puma musste Jahresziele senken

Puma, nach Adidas die Nummer drei der Sportartikelhersteller, musste dagegen im 1. Quartal 2007 beim Auftragseingang einen Einbruch von fast 18% hinnehmen und sogar die Jahresprognose nach unten revidieren.

Doch für die Puma-Aktionäre steht derzeit ohnehin das Übernahmeangebot des französischen Luxusgüterkonzerns PPR im Vordergrund, der 330 Euro je Puma-Aktie bietet. Nach Ablauf der ersten Angebotsfrist halten die Franzosen zwar mehr als 33% der Puma-Aktien. Viele Aktionäre haben aber nicht angedient, da sie die Offerte als zu tief ansehen. Die grosse Frage bleibt daher, ob PPR das Angebot noch erhöhen wird. «Wenn sich die fundamentale Situation bei Puma nicht verbessert, wird dies wohl nicht der Fall sein», schätzt UBS-Analyst Bernd Janssen.


Auf Reebok-Turnaround setzen

Adidas ging dagegen selbst auf Einkaufstour und rückte mit der Übernahme des US-Konkurrenten Reebok dem Marktleader Nike auf die Pelle. Den Turnaround der Ende 2005 übernommenen Marke sieht Adidas weitgehend abgeschlossen. Im 1. Quartal 2007 konnte Reebok bereits mit einem erfreulichen Auftragsbestand überraschen. Angesichts der Fortschritte bei Reebok erwartet UBS-Analyst Janssen denn auch, dass die Gewinne von Adidas schneller wachsen dürften als die Überschüsse bei Puma und Nike.

Anzeige

Nike will sich den deutschen Konkurrenten vom Leibe halten und hat sich ehrgeizige Wachstumsziele gesteckt. In den nächsten fünf Jahren sollen die Gewinne um 20% wachsen und der Umsatz um die Hälfte auf 23 Mrd Dollar gesteigert werden.


Sportjahr 2008 im Visier

Das kommende Jahr wird ohnehin mit sportlichen Grossanlässen für einen zusätzlichen Umsatzschub sorgen. Von der Fussball-Europameisterschaft in der Schweiz und in Österreich und vor allem von den Olympischen Sommerspielen in Peking werden alle Sportartikelhersteller profitieren. Der weitere Verlauf der Puma-Aktie sollte aber nach wie vor vom Übernahmeangebot des französischen Luxusgüterkonzerns bestimmt werden. Derzeit wird der Titel nur noch von rund 40% der Analysten zum Kauf empfohlen.

Mehr Potenzial wird dagegen den beiden Marktführern attestiert: 70% der Analysten haben Nike mit «Kaufen» eingestuft, bei Adidas sind es 67%.