Nichts ist im Sportartikelhandel unbeliebter als ungerade Jahre. Denn sportliche Grossereignisse wie Fussball-Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele finden nur in geraden Jahren statt. Franz Julen, Chef des weltgrössten Sportartikelhändlers Intersport International mit Sitz in Bern, hat für das laufende Jahr deshalb mit bestenfalls leicht steigenden Verkäufen gerechnet.

Doch selbst ein alter Hase wie Julen – der Walliser steht seit 16 Jahren an der Spitze der Gruppe – wird manchmal vom Markt überrascht. «Seit Jahresanfang liegen unsere Umsätze 6,7 Prozent über dem Vorjahr», sagt Julen. Intersport ist damit gut dreimal besser unterwegs als der Gesamtmarkt in Europa. Für Julen ist deshalb jetzt schon klar: «Auch 2015 wird für Intersport ein Rekordjahr. Wir werden erstmals die Grenze von 11 Milliarden Euro überschreiten.» Erstaunlich ist das Verkaufsplus auch vor dem Hintergrund, dass Intersport im E-Commerce – dort, wo das Wachstum im Detailhandel noch stattfindet – nicht gerade eine Grossmacht ist.

5400 Filialen in 44 Ländern

Im stationären Handel allerdings gibt es weltweit nichts Vergleichbares: Aktuell verfügt das Berner Unternehmen in 44 Ländern über 5400 Filialen. Hinzu kommen in 23 Ländern 428 Läden der 2013 übernommenen Freizeitsport-Schuhkette The Athlete's Foot, welche in den ersten sechs Monaten 10 Prozent über Vorjahr liegt. Dieses Netz an Verkaufsstellen macht Julens Unternehmen für die globalen Sportartikelhersteller wie Nike oder Adidas zu einem unverzichtbaren Partner – zum Beispiel für einen globalen Rollout von neuen Fussballschuhen.

Anzeige

Julen ist dabei, dieses weiter auszubauen. In den nächsten zwölf Monaten wird Intersport drei neue Märkte erschliessen: Indonesien, Algerien und die Philippinen. Auch in China will Julen weiter expandieren. Aktuell ist Intersport in dem Riesenmarkt nur mit 13 Läden präsent. Doch auch in den gesättigten Märkten Europas sieht Julen Wachstumspotenzial. Er will Händler mit kleinflächigen Läden dazu motivieren, ihr Sortiment zu konzentrieren – zum Beispiel auf das Thema Running und Fitness. «Letzte Woche  haben wir in St. Petersburg das erste ‹Run & Fit›-Spezialistenformat eröffnet.»

Dies und mehr lesen Sie in der neuen «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk oder mit Abo bequem jede Woche im Briefkasten.