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Private Equity
Sportradar: Familie Wallenberg prüft Ausstieg

Lichtsteiner
Stephan Lichtsteiner: Wenn er das Trikot anzieht, schaut Sportradar hin.Quelle: Keystone

Kuoni-Besitzer EQT sondiert einen Verkauf seiner Beteiligung am St. Galler Sportdatenverarbeiter Sportradar.

Iseli
Von Marc Iseli
am 24.01.2018

Die Private-Equity-Firma EQT sucht einen Käufer für ihre Beteiligung an der St. Galler Firma Sportradar. Das schreibt das Fachmagazin «Private Equity News», eine europäische Schwesterpublikation des «Wall Street Journal». EQT will die Verkaufsabsicht auf Anfrage der «Handelszeitung» weder bestätigen noch dementieren. «Wir kommentieren keine Marktgerüchte», so eine Sprecherin.

EQT ist das Investmentvehikel der schwerreichen schwedischen Familie Wallenberg. Zum Portfolio gehört unter anderem der Reisekonzern Kuoni. Mitgründer der Private-Equity-Firma ist das schwedische Unternehmen Investor AB, das mehr als 10 Prozent an ABB hält und mit Jacob Wallenberg im Verwaltungsrat des Industriekonzerns vertreten ist.

Co-Investor Michael Jordan

EQT hält laut eigenen Angaben 37 Prozent an der Ostschweizer Firma. Zu den weiteren Investoren zählt der US-Basketball-Star Michael Jordan. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 1600 Personen. 2016 machten die Ostschweizer global einen Umsatz von 203 Millionen Euro und einen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen von 61 Millionen Euro.

Sportradar zählt gelbe Karten, Fouls und gelaufene Kilometer im Fussball. Es verzeichnet Mannschaftsaufstellungen, Drei-Punkte-Würfe und Time-outs im Basketball. Das Unternehmen ist Weltmarktführer in der Erfassung und Analyse von Sportdaten.

Wachhund der Fifa

EQT ist seit 2014 investiert. Seitdem die schwedische Heuschrecke an Bord ist, ist das Ostschweizer Unternehmen stark gewachsen. 2014 lag der Umsatz noch unter 100 Millionen Euro pro Jahr. Es folgten Partnerschaften mit der Fifa und der amerikanischen NFL. Beide füllten die Kassen der Ostschweizer. Im Auftrag der Fifa überwacht Sportradar die «Integrität des Spiels». Das heisst: Die St. Galler Firma soll Wettbetrügern das Handwerk legen. Das Unternehmen soll die Fifa warnen, wenn Gefahr besteht, dass ein Fussballmatch gefixt ist.

In die Zeit von EQT fallen auch zwei Akquisitionen. Mithilfe der Schweden hat Sportradar in den letzten Jahren die asiatische Sportdatenfirma GSS und die Münchener Servicefirma BTD gekauft. Alleine die deutsche Firma beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter. Sie zeichnete sich zum Zeitpunkt der Übernahme im Jahr 2015 unter anderem verantwortlich für den Online-Auftritt des FC Bayern München und entwarf das gesamte IT- und Zutrittskonzept der Münchener Allianz-Arena.

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