Stadler Rail hat im vergangenen Jahr weniger Umsatz erzielt, dafür aber so viele Aufträge gewonnen wie noch nie. Die Firma des ehemaligen SVP-Nationalrats Peter Spuhler ist damit bestens für die Zukunft gerüstet. Entsprechend aggressiv plant der «Unternehmer des Jahres 2014» den Ausbau. Bei der heutigen Medienkonferenz liess Spuhler durchblicken, dass diverse Kandidaten auf dem Übernahme-Speiseplan des Thurgauer Zugbauers stehen.

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Konkret nannte Spuhler drei Unternehmen: Das spanische Unternehmen Talgo ist die erste potenzielle Braut, aber auch die polnische Aktiengesellschaft Newag lockt die Thurgauer. Nicht zuletzt könnte sich Spuhler vorstellen, die Bahnsparte des an der deutschen Börse kotierten Konzerns Vossloh zu übernehmen.

Konsolidierungszwang

Die Brautschau kommt nicht von ungefähr: Peter Spuhler sieht die Branche in einem Konsolidierungszwang. Die beiden chinesischen Unternehmen CSR und CNR haben sich bereits zusammengeschlossen. Der Gigant beschäftigt 180'000 Angestellte und macht mehr als 30 Milliarden Euro Umsatz.

Laut Spuhler finden auch zwischen den grossen europäischen Playern Alstom, Bombardier und Siemens Gespräche statt. Deshalb ist nun auch Stadler Rail um Grösse bemüht.

Gute Auftragslage

Gelegen kommt dem Unternehmer die erfreuliche Auftragslage, die genügend Geld in die Kassen spült. Der wichtigste Auftrag kam 2014 von der SBB. Stadler Rail baut für den Bundesbetrieb 29 Eurocity-Züge. Das Auftragsvolumen beträgt rund 970 Millionen Franken, 80 Prozent der Wertschöpfung erfolgt in der Schweiz.

Und auch im neuen Jahr scheint die Nachfrage nach den Zügen aus dem thurgauischen Bussnang und anderen Standorten von Stadler ungebrochen. Das Unternehmen hat die Ausschreibung über 33 Züge für die schwedische Bahngesellschaft Mälab gewonnen. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf umgerechnet 400 Millionen Franken. Vergangene Woche erst hatte Stadler Rail überdies einen 100-Millionen-Auftrag in Texas an Land gezogen.

(ise/ama)