Das Flugzeugwartungsunternehmen SR Technics schreibt rote Zahlen. Billiganbieter in Asien sorgen für Preisdruck und die Frankenstärke lastet auf den meist in Dollar generierten Einnahmen. Dennoch hält die von Scheichs kontrollierte Firma am Sitz in Zürich fest.

Nach einem Stellenabbau zählt SR Technics am Flughafen Kloten noch rund 2300 Mitarbeitende. Der heutige Eigner der ehemaligen Swissair-Tochter, die Mubadala-Gruppe aus dem Emirat Abu Dhabi, schätze den Standort Zürich, sagte SR-Technics-Chef André Wall am Dienstag im Gespräch mit Journalisten.

Regierungen gehören zu Kunden

SR Technics investiere hier, unter anderem in das Logistikzentrum und in die Ausrüstung von VIP-Flugzeugen: So wurde im Februar das erste, luxuriös von SR Technics ausgestattete Grossraumflugzeug an einen Kunden im Mittleren Osten ausgeliefert. Auch Regierungen gehören zu den Zielkunden.

In diesem Geschäft, in dem nur das Neueste und Beste gut genug ist, will sich SR Technics etablieren. Hier zähle die erstklassige Ausbildung und die grosse Erfahrung der Mitarbeitenden besonders, sagte Wall.

In der personalintensiven Generalüberholung von Flugzeugen ist der Preisdruck stärker. SR Technics erzielt knapp ein Viertel des Umsatzes im Unterhalt von Flugzeugzellen. In dem Geschäft fallen hingegen über 60 Prozent der Personalkosten an. Die restlichen Umsätze erzielt SR Technics je rund zur Hälfte im Unterhalt von Komponenten und von Triebwerken.

Umsatz stagnierte

Insgesamt erzielte SR Technics 2010 und 2011 einen Umsatz von je rund 1,1 Milliarden Franken. Bei konstanten Wechselkursen wäre das Unternehmen spürbar gewachsen. «Die Frankenstärke hat uns das Ergebnis verhagelt», sagte Wall, ohne Zahlen zu nennen.

Gemäss Medienberichten hatte SR Technics bereits 2010 einen dreistelligen Millionenverlust angehäuft. Vergangenen September beschloss SR Technics den Abbau von bis zu 250 Stellen in Zürich. Auch dank internen Verlagerungen habe schliesslich weniger als 100 Mitarbeitenden gekündigt werden müssen, sagte Wall. Im gut laufenden Triebwerksgeschäft würden sogar wieder Leute eingestellt.

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Das Umfeld blieb aber schwierig: Im ersten Quartal 2012 hätten Fluggesellschaften grössere Investitionen zurückgestellt. SR Technics erhielt Aufträge von 141,5 Millionen Franken. Eingeplant gewesen wären 750 Millionen Franken. Der Quartalsumsatz lag hingegen mit 281 Millionen Franken über den angestrebten 260 Millionen Franken.

Übernahme von Finair-Triebwerkwartung geplant

Um den im internationalen Vergleich hohen Lohnkosten zu begegnen, griff SR Technics zu weiteren Sparmassnahmen. So ist der 13. Monatslohn nur zur Hälfte garantiert, der Rest ist von der Entwicklung des Unternehmensergebnisses abhängig. Auch Gratifikationen zu Dienstjubiläen wurden gekürzt.

Neben Zürich beschäftigt SR Technics in Genf gut 100 Mitarbeitende. Wichtige Standorte sind auch in Cork, Madrid, Malta und Palma. Aus Dublin hat sich das Unternehmen vor drei Jahren zurückgezogen.

Demgegenüber ist geplant, dass SR Technics bald die Triebwerk- und Komponentenwartung der Finnair übernimmt. Ziel ist laut Wall, dass SR Technics 2013 wieder eine «schwarze Null» schreibt.

(muv/aho/awp)