Alles, was auf den SRF-Kanälen zu sehen und zu hören ist, ist seit einer Woche neu. Das hat alles Geld gekostet – Gebührengeld. So musste unter anderem die Internet-Domain srf.ch von einer Privatperson abgekauft werden.

Stefan R. Fuchs hat das Kürzel seines Namens seit dem Jahrtausendwechsel als private Homepage benutzt. Auf Anfrage von «Handelszeitung Online» bestätigt er lediglich, die Domain benutzt und nach Verhandlungen mit dem Schweizer Fernsehen verkauft zu haben. Wie viel der Kauf kostete, ist weder von ihm noch bei der SRG zu erfahren.

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Möglicherweise zu billig verkauft

Verschiedene Schweizer Medienanwälte befinden übereinstimmend: Fuchs hätte die Domain nicht abgeben müssen. Da er sie vor 2004 registriert hat, wäre sie nicht «rausklagbar» gewesen. Die SRG musste die Domain srf.ch zwingend kaufen, da erst nach 2004 eingetragene Internet-Domains in einem vereinfachten Prozess herauslösbar und übertragbar sind. Bei der Registrierung seiner Domain konnte Fuchs zudem damals nicht ahnen, dass srf.ch einmal so wichtig werden könnte, da SRF bis im Mai 2010 keine registrierte Marke war.

Volle Information beim Verkauf

In diesem Zusammenhang ist für die Medienrechtsspezialisten noch eine andere Frage zentral: Was ist Fuchs bei den Verhandlungen über die Verwendung und die Bedeutung des Akronyms genau mitgeteilt worden. Oder anders: War es für Fuschs vor zweieinhalb Jahren absehbar, dass srf.ch zu einer so bedeutenden Dachmarke werden soll?

Zu den weiteren Kosten der Zusammenlegung der Marken unter dem SRF-Dach schreibt SRF-Sprecherin Andrea Hemmi: «Die Kosten für die Entwicklung der sechs neuen SRF-Radiologos – von der Markenpositionierung über die Namensentwicklung bis hin zum Logodesign – betragen 70‘000 Franken.»

Inhouse-Entwicklung mit externem Feinschliff

Ein so umfangreiches Logodesign für diesen Preis? In der Fachwelt wird darüber der Kopf geschüttelt. Bei einer Vergabe an eine externe Agentur wäre in diesem Preisbereich kaum was zu haben gewesen.

«Die sechs Radiologos wurden intern von einem kleinen Designteam unter Leitung von SRF-Creative-Director Alex Hefter entwickelt», so Hemmi. Vereinzelt seien Zweitmeinungen von Markenexperten bezeigezogen worden. Für den Feinschliff stand die englische Agentur DunningPenneyJones zur Seite.

So sind auch bei Radio und Fernsehen zur Erstellung der neuen Jingles und Trailers seit Monaten zusätzliche Aufwände angefallen. Hemmi bestätigt, dass dies im genannten Preis von 70'000 Franken nicht inbegriffen sei: «Diese Implementierung wurde zum grossen Teil im Rahmen der regelmässigen Markenpflege gemacht.»

Bereits 2010 wurde das Rebranding durchgezogen - neue Logos auf Briefpapier, Visitenkarten und an Gebäuden: Diese Kosten betrugen  laut Hemmi «inklusive sämtlicher SRG-Unternehmenseinheiten SRF, RTS, RSI und RTR zwei Millionen Franken».