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Sparprogramm
SRG baut 250 Stellen ab

SRG No Billag
Die SRG will insgesamt 100 Millionen Franken einsparen.Quelle: Keystone .

Obwohl die No-Billag-Initiative durchfiel, startet die SRG ihr Sparprogramm und baut 250 Stellen ab. Das sind rund 5 Prozent der Jobs.

Veröffentlicht am 28.06.2018

Trotz der deutlichen Ablehnung der No-Billag-Initiative, startet die SRG nun ein happiges Sparprogramm: Wie im März angekündigt, will die SRG in den kommenden vier Jahren insgesamt 100 Millionen Franken sparen, wie es in einer Mitteilung heisst. Davon sollen 20 Millionen reinvestiert werden.

Die Einsparungen werden auf die einzelnen Unternehmenseinheiten der SRG wie folgt aufgeteilt: 20 Millionen Franken auf SRF, 15 Millionen auf RTS, 15 Millionen auf die Generaldirektion, 10 Millionen auf RSI, 1 Million auf RTR und 1 Million auf SWI. Die übergeordneten Einsparungen –vor allem in den Bereichen Infrastruktur und Distribution – belaufen sich auf 40 Millionen Franken, heisst es weiter. In allen Regionen sei daher eine deutliche Senkung der Immobilienkosten vorgesehen – eine Reduktion, die der regionalen Verankerung der SRG Rechnung trägt.

Entlassungen nicht ausgeschlossen

Um das Sparziel zu erreichen, wird laut SRG ein Stellenabbau unvermeidbar sein. Unternehmensweit müsse in den nächsten vier Jahren mit einem Abbau von rund 250 Vollzeitstellen gerechnet werden – ein wesentlicher Teil davon soll durch natürliche Abgänge erfolgen. Dennoch seien Entlassungen nicht auszuschliessen. Bis Ende September arbeitet die SRG an der Detailplanung, anschliessend wird sie den Sozialpartner und die Mitarbeitenden anhören. Die Umsetzung erfolgt ab 2019. Für die betroffenen Mitarbeitenden wird ein Sozialplan zur Anwendung kommen.

Derzeit arbeiten bei der SRG 6093 Mitarbeiter, deren Arbeitspensen sich auf 4975 Vollzeitstellen verteilen. Es werden also 5 Prozent der Jobs abgebaut. Mit 20 der insgesamt 100 einzusparenden Millionen will die SRG in den nächsten vier Jahren ihre Unterscheidbarkeit stärken und in folgende Bereiche investieren.

In diese Bereiche investiert die SRG

Erstens im kulturellen Bereich: mit Investitionen in Schweizer Eigenproduktionen –insbesondere TV-Serien. Ab dem 1. Januar 2019 wird nach Auslauf geltender Verträge zudem der bereits angekündigte Verzicht auf Unterbrecherwerbung bei Primetime-Filmen auf SRF, RTS und RSI umgesetzt.

Zweitens im Digitalbereich: Mit dem Aufbau einer digitalen Plattform, mit der SRG-Inhalte über die Sprachgrenzen hinweg durch Untertitelung und Synchronisation einfacher und personalisiert genutzt werden können. Zudem verzichtet die SRG ab 2019 darauf, Texte ohne Verbindung zu Audio- oder Video-Beiträgen auf den Info-Online-Websites von SRF, RTS und RSI zu publizieren. Damit will die SRG ihre Unterscheidbarkeit vom (bezahlten) Online-Angebot der privaten Anbieter noch unterstreichen.

Umzug von Bern nach Zürich

Die SRG beabsichtigt zudem, ihre Immobilien den sich verändernden Bedürfnissen der audiovisuellen und digitalen Produktion anzupassen. Der mögliche Umzug eines Teils der SRF-Radioredaktion von Bern nach Zürich wird der Konzern bis im Herbst 2018 einer gründlichen wirtschaftlichen und redaktionellen Prüfung unterziehen.

(bsh)

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