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SRG, Swisscom, Ringier: Vereint gegen Google & Co.

Logos von SRG, Swisscom und Ringier: Neue Firma für Vermarktung von Werbeplätzen. Keystone

Knall im Schweizer Werbemarkt: Die SRG, Swisscom und Ringier bündeln die Vermarktung ihrer Werbeplätze in einer neuen Firma. Damit will man auch Google und Facebook die Stirn bieten.

Veröffentlicht am 17.08.2015

Der Medienkonzern Ringier, die SRG sowie die Swisscom vermarkten ab 2016 ihre Werbeplätze gemeinsam. Die neue gemeinsame Vermarktungsfirma richte sich an den stark verändernden Bedürfnissen von Werbeauftraggebern aus, hiess es in einem Communiqué.

Mit der Zusammenlegung des Werbeverkaufs rüsten sich die drei Unternehmen nach eigenen Angaben auch gegen die Konkurrenz von Google und Facebook auf dem digitalen Werbemarkt. Während der Telekommunikationskonzern Swisscom neben technologischem Know-how die Vermarktungsrechte von seinen Online-Plattformen und von Swisscom TV einbringt, treten Ringier und die SRG die Vermarktungsrechte ihrer reichweitenstarken Medienangebote ab. Axel Springer Schweiz – der auch die Handelszeitung herausbringt – plant zum Anfang des kommendem Jahres eine Fusion mit Ringier.

Ringier-CEO wird Präsident

An der neuen Aktiengesellschaft halten die SRG, Ringier und die Swisscom je einen Drittel. Über die finanziellen Details haben die Partner allerdings Stillschweigen vereinbart, wie es im Communiqué hiess. Während Swisscom und Ringier ihre Werbeaktivitäten in die Gesellschaft auslagern, integriert die SRG ihre Vermarktungstochter Publisuisse in das Unternehmen. Die Zustimmung der Wettbewerbskommission steht noch aus.

Chef der Vermarktungsorganisation, die noch keinen Namen hat, wird der heutige Publisuisse-Chef Martin Schneider. Verwaltungsratspräsident soll Ringier-CEO Marc Walder werden, derweil SRG-Generaldirektor Roger De Weck und Swisscom-Chef Urs Schaeppi im Verwaltungsrat Einsitz nehmen.

Gewerkschaft skeptisch

Die Gewerkschaft Syndicom sieht in der neuen Werbevermarktungsfirma eine Gefahr für die Medienvielfalt. Der Zusammenschluss könne zur Folge haben, dass es für kleinere Schweizer Medien noch schwieriger werde, Werbegelder zu generieren.

In einer Mitteilung vom Montag fordert die Gewerkschaft darum, dass Ringier, SRG und Swisscom die Werbeerlöse in publizistische Leistungen investieren. Gerade bei den Partnern dieses Zusammenschlusses dürften Werbegelder kein Selbstzweck sein, sondern «müssen dafür eingesetzt werden, die Qualität der Publizistik zu stärken, die Medienvielfalt und Medienqualität zu fördern und gute Arbeitsbedingungen in allen Medien zu garantieren.»

(sda/dbe/hon/chb)

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