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Werbevermarktung
SRG verkauft Admeira-Aktien an Swisscom und Ringier

Medienpark Zürich
Medienpark in Zürich-Altstetten: Hier sind die Büros von Admeira.Quelle: ZVG

Die SRG ist nicht mehr Aktionärin bei der Werbevermarkterin Admeira. Diese sucht nun neue Partner.

Marcel Speiser
Von Marcel Speiser
am 28.06.2018

Das Verlagshaus Ringier und der Telekom-Konzern Swisscom sind neu die alleinigen Aktionäre der Werbevermarktungsfirma Admeira. Die SRG hat ihren Anteil von 33,3 Prozent an die bisherigen Partner verkauft. Das teilen die SRG und Admeira mit. Neu gehört Admeira je zu genau 50 Prozent der Swisscom und Ringier. Über die Verkaufssumme wurde Stillschweigen vereinbart, wie ein Sprecher von Ringier sagte.

Obwohl nicht mehr Aktionärin, wird die SRG ihre Sendungen, Werbeplätze und Sponsoring-Angebote weiterhin über Admeira zu verkaufen versuchen. Diesbezüglich hätten die Parteien einen «langfristigen» Vertrag unterzeichnet, so der Ringier-Sprecher weiter. Was langfristig genau bedeutet, wollte er nicht konkretisieren. «Zu Vertragsdetails können wir keine Stellung nehmen.» Üblicherweise gelten Verträge ab einer Laufzeit von fünf Jahren als langfristig.

«Medienstandort Schweiz gestärkt»

Admeira-Präsident und Ringier-Chef Marc Walder sieht in Admeira die helvetische Antwort auf internationale Konkurrenz durch Unternehmen wie Google oder Facebook, die einen immer grösseren Teil der Werbeumsätze für sich beanspruchen. « Swisscom und Ringier sind davon überzeugt, dass Admeira den Medienstandort Schweiz gegenüber der internationalen Konkurrenz wieder stärkt», wird Walder in einer Mitteilung zitiert.

Nach dem Ausstieg der SRG wird Admeira versuchen, neue Aktionäre zu gewinnen und weitere Medienhäuser als so genannte Inventargeber zu gewinnen. Inventargeber sind Medien, die vermarktbare Inhalte wie Zeitungen, TV-Sendungen oder Magazine produzieren. Dazu Walder gemäss Mitteilung: «Mit dem Verkauf der Anteile der SRG wird es möglich, Admeira frei von medienpolitischen Grabenkämpfen in die Zukunft zu führen.»

Die Gründung von Admeira im Jahr 2016 stiess bei mit Ringier konkurrenzierenden Verlagshäusern wie Tamedia («Tages-Anzeiger», «Sonntagszeitung») oder Somedia («Südostschweiz») auf Kritik. Stein des Anstosses war unter anderem die Verbandelung von quasi-staatlichen Akteuren wie Swisscom und SRG mit einem privaten Verlaghaus.

 

Disclaimer: Die «Handelszeitung» ist Teil von Ringier Axel Springer Schweiz, einem Joint Venture zwischen Ringier und dem deutschen Verlagshaus Axel Springer. Die «Handelszeitung» wird über Admeira vermarktet.

 

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