Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) realisierte 2011 einen Bruttogewinn von 189,6 Millionen Franken; das ist ein Minus von 11 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Der Konzerngewinn liegt bei 136 Millionen Franken - das sind 10,6 Millionen Franken oder 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Verwaltungsrat der SGKB schlägt der Generalversammlung vom 25. April eine Dividende von 15 Franken pro Aktie vor, was einer Ausschüttungsquote von 61,6 Prozent entspricht, wie es heisst. Zuletzt wurden 18 Franken ausgeschüttet.

Ertrag sinkt - Aufwand steigt

Insgesamt erzielte die Bank einen um 2,4 Prozent tieferen Betriebsertrag von 478 Millionen Franken. Dieser Rückgang sei marktbedingt und auch auf Währungseffekte zurückzuführen, hiess es.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg 2011 um 0,7 Prozent auf 289 Millionen Franken. Dagegen sank der Ertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 8,1 Prozent auf 145,5 Millionen Franken. Im Handelsgeschäft erzielte die SGKB im Jahr 2011 einen Ertrag von 38,7 Millionen Franken. Das entspricht einem Anstieg von 5,2 Prozent.

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 4,3 Prozent auf 288 Millionen Franken. Als Gründe wurden Projektkosten für die Zusammenlegung von IT-Plattformen innerhalb der Gruppe sowie Einmalkosten für eine Einlage in die Vorsorgeeinrichtung genannt. Somit verschlechterte sich die Cost-Income-Ratio auf 63,1 Prozent nach 59,7 Prozent im Jahr davor.

Anstieg bei Hypotheken

Die Kundenausleihungen stiegen per Ende 2011 um 7 Prozent auf 21,3 Milliarden Franken. Das Wachstum der Hypothekarkredite im Kerngeschäft mit Privatkunden sei mit 4,2 Prozent «zielkonform» ausgefallen.

Die verwalteten Vermögen wiesen einen Bestand von 37,5 Milliarden Franken auf und lagen gemäss Communiqué im Bereich des Vorjahrs. Die gute Akquisitionsleistung sei durch die negative Börsenperformance sowie Fremdwährungseffekte überkompensiert worden. Im Gesamtjahr nahm der Neugeldzufluss um 16 Prozent auf 1,33 Milliarden Franken ab.

Stabiler Gewinn erwartet

Im laufenden Jahr 2012 rechnet die Bank mit einem Reingewinn, der auf Vorjahresniveau zu liegen kommen soll. Die SGKB geht davon aus, dass das Zinsniveau niedrig bleiben und sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft kaum beleben wird.

Insgesamt werde am strategischen Kurs mit einem ausgewogenen Geschäftsmodell von Kredit- und Anlagegeschäft sowie grundsätzlich an den mittelfristigen Zielen festgehalten, heisst es weiter.

Technische Panne

Die SGKB wollte erst am Mittwoch über das Geschäftsjahr 2011 informieren. Wegen einer technischen Panne erschien die Medienmitteilung am Dienstagnachmittag kurz auf der Internetseite der Bank. Darum musste die Bank umgehend informieren. Der Handel mit SKGB-Aktien wurde für rund 45 Minuten ausgesetzt.

Bis um 17 Uhr gewannen die Titel um 0,6 Prozent auf 382,25 Franken dazu, nachdem die Bank mit den Geschäftszahlen die Vorgaben der Analysten zumeist übertroffen hatte. Allerdings notierten die Titel vor der Handelsaussetzung auch auf diesem Niveau. Der Gesamtmarkt (SPI) gab zum Berichtszeitpunkt um 0,4 Prozent nach.

(aho/awp/chb/sda)

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