Die Zürcher Justiz ermittelt gegen die Cembra Money Bank wegen mutmasslicher Verletzung des Bankgeheimnis. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Mittwoch einen Bericht der Onlineausgabe der «Neuen Zürcher Zeitung».

Bei der Staatsanwaltschaft III, die bei Wirtschaftsdelikten ermittelt, sei eine Meldung eingegangen, sagte die Sprecherin der Oberstaatsanwaltsschaft Corinne Bouvard in der NZZ. Es laufe ein Vorabklärungsverfahren, die Vorwürfe gegen die Bank würden geprüft.

Zehntausende Kundendaten im Büro

Ende Mai hatte die SRF-Sendung Rundschau berichtet, die Cembra Money Bank (vormals GE Money Bank) habe einen Kreditvermittler mutmasslich jahrelang mit sensiblen Kundendaten versorgt. Auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte sich in den Fall eingeschaltet.

Laut den Berichten bewahrte der Kreditvermittler jahrelang in seinem Büro in Zürich Zehntausende Kundendaten auf. Mit den Daten soll er gezielt Kunden angeworben haben. Der Kreditvermittler, ein Mazedonier albanischer Herkunft, soll während Jahren schweizweite Daten vor allem über Kleinkreditkunden mit albanisch klingenden Namen erhalten haben.

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Im Jahr 2011 beendete die Cembra Money Bank die Beziehung zum Kreditvermittler, wie Bank-Sprecherin Brigitte Kaps auf Anfrage sagte. Darauf gelangte dieser mit einer noch hängigen Zivilklage ans Zürcher Handelsgericht. Er macht gegenüber der Bank entgangene Provisionen geltend. Auch einzelne Mitarbeiter der involvierten Cembra Filiale an der Löwenstrasse in Zürich seien 2011 frühpensioniert oder versetzt worden, sagte Kaps weiter.

Cembra Money Bank weist Anschuldigen zurück

 Die Bank weist die Anschuldigungen des ehemaligen Kreditvermittlers weiterhin zurück. Wegen der laufenden Verfahren wolle man aber keine weitere Stellung nehmen. Auch zur laufenden Untersuchung der Finma habe die Cembra Bank keine weiteren Informationen.

An der Schweizer Börse verlieren die Titel der Cembra Money Bank am Mittwoch im frühen Handel 2,8 Prozent auf 52,70 Franken. Die Titel der Konsumkreditbank werden seit Ende Oktober 2013 an der Börse gehandelt, Ausgabepreis war damals 51 Franken, der erste Kurs lag bei 54,50 Franken.

(sda/me)