Viele institutionelle Investoren wie beispielsweise Pensionskassen sind auf der Suche nach stabilen laufenden Ausschüttungen, um ihre langfristigen Verbindlichkeiten bedienen zu können. In einem inflationären Umfeld können Nominalwerte wie Obligationen jedoch an Wert verlieren, sodass reale Anlagen wie Aktien oder Immobilien bevorzugt werden.

Im gegenwärtig schwierigen Marktumfeld ist es etwa Pensionskassen oft nicht möglich, ihr Risiko durch Anlagen in Aktien weiter zu erhöhen. Auch viele Versicherungen können aus regulatorischen Gründen oftmals ihre Aktienquote nicht weiter ausbauen. Immobilien, insbesondere Wohnimmobilien, würden reale Werte mit stabilen laufenden Ausschüttungen kombinieren, allerdings ist das Angebot derzeit sehr begrenzt und die Renditen sind oftmals vergleichsweise niedrig.

Inflationsschutz und Stabilität

Eine mögliche Alternative, um in Realwerte zu investieren, sind Investitionen in Infrastruktur. Infrastrukturanlagen sind essenziell für das Funktionieren einer Volkswirtschaft und weisen oft einen monopolähnlichen Charakter auf. Die aktuellen Erfahrungen zei-gen, dass sich die Erträge für operative Infrastrukturanlagen in verschiedenen Sektoren wie Strom- und Gasübertragung, Wasserversorgung sowie soziale Infrastruktur (Public Private Partnerships PPP) als widerstandsfähig gegenüber einem Wirtschaftsabschwung erweisen.

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Ein Beispiel hierfür sind regulierte Wasserversorger. Der Wasserverbrauch von privaten Haushalten weist nur einen geringen Zusammenhang mit der Wirtschaftsentwicklung auf. Nachfrageschwankungen werden zudem durch den regulatorischen Prozess und die Umlage der Kosten auf die Endverbraucher ausgeglichen. Im Bereich der sozialen Infrastruktur (PPP) werden langfristige Verträge zwischen der öffentlichen Hand und einem privaten Konsortium geschlossen, beispielsweise für die Errichtung und Unterhalt eines Spitals. Die monatlichen Zahlungen vom Staat an das private Konsortium sind von der Auslastung unabhängig, und daher von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abgekoppelt.

Hingegen sind im Sektor Transport die Erträge stärker an die wirtschaftliche Entwicklung gebunden. Beispielsweise haben Häfen durch die nachlassende globale Handelsaktivität Ergebniseinbrüche hinnehmen müssen. Die Bewertungen für verschiedene Transportanlagen sind daher deutlich gesunken. Dies eröffnet attraktive Einstiegsmöglichkeiten, um von einer längerfristigen wirtschaftlichen Erholung zu profitieren. Entscheidend für den Erfolg sind jedoch die jeweilige strategische Position einer Anlage, ein erfahrenes operatives Management und ein disziplinierter Fonds-Manager.

Im Vergleich geringe Volatilität

Vor dem Hintergrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation stehen Investoren vor der Herausforderung, ihr Portefeuille entsprechend auszurichten. International haben verschiedene Pensionskassen bereits reagiert und investieren einen substanziellen Teil ihrer Anlagen in Infrastruktur. Auch in Europa und in der Schweiz investieren zunehmend mehr institutionelle Investoren in operative, sogenannte Brownfield Infrastrukturanlagen, die reale Werte in OECD-Ländern mit laufenden, stabilen Ausschüttungen kombinieren. Laufende Erträge verschiedener Infrastrukturanlagen (z.B. gebührenpflichtige Strassen) sind - ähnlich wie inflationsgebundene Obligationen - an einen Konsumentenpreisindex gekoppelt, sodass bei steigender Inflation auch die Erträge steigen.

Anlagen in Infrastruktur weisen eine vergleichsweise geringe Volatilität auf, was diese Anlageklasse für viele institutionelle Kunden auch unter Risikogesichtspunkten interessant macht. So können etwa Pensionskassen in einer Unterdeckung durch eine Anlage in Infrastruktur die Stabilität des Portefeuilles erhöhen, bei gleichzeitig attraktiven risikoadjustierten Renditen.

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