Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler ist mit seinem Unternehmen Stadler Rail im Bieterrennen um einen Grossauftrag in Kanada. Der kanadische Bahnbetreiber VIA Rail gab im März dieses Jahres bekannt, alte Kompositionen durch 32 neue Triebzüge zu ersetzen. Deadline für die Bieterangebote war der fünfte Oktober.

Es geht um einen Auftragsvolumen von umgerechnet 4,5 Milliarden Franken für die nächsten zehn Jahre. Die Triebzüge sollen ab 2022 in Betrieb gehen. Mit im Rennen um den Grossauftrag sind die Stadler-Konkurrenten Bombardier, Siemens und Talgo. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen, kündigte VIA-Rail-Chef Yves Desjardins-Siciliano bei einer Konferenz in Amsterdam im November an.

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Auslastung für US-Standort

Konkret bewirbt sich die amerikanische Dépendence des Zugbauers aus Bussnang um den Auftrag aus Kanada, Stadler US Inc. Bekäme der US-Standort von Stadler Rail den Zuschlag, wäre das ein grosser Gewinn für die Auslastung des Werks in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. Stadler US ist primär für die Entwicklung der Geschäfte in den USA verantwortlich.

Spatenstich für das Werk in den USA war im letzten Oktober. Das Investitionsvolumen beträgt rund 50 Millionen US-Dollar. Peter Spuhler war bei der Feier persönlich anwesend. In der Zeit davor hat sich Stadler Rail in einem Servicewerk der Utah Transit Authority eingemietet.

350 Jobs in den USA

Der erste grosse Auftrag aus Nordamerika kam vom texanischen Bahnunternehmen TexRail im Jahr 2015. Es ging um die Lieferung von acht Flirt-Zügen. Seinerzeit kam für Stadler erstmals der «Buy America Act» zum Zug. Dieser schreibt eine hohe lokale Wertschöpfung von mindestens 60 Prozent in den USA vor.

Es folgte ein weiterer Grossauftrag für 16 Doppelstockzüge für Caltrain, den Stadler im August 2016 erhalten hat. Er erforderte mehr Produktionsfläche, Spuhler entschied sich dazu, ein Produktionswerk zu bauen. Das neue Werk liegt fünf Minuten vom internationalen Flughafen und nur zehn Minuten ausserhalb von Salt Lake City. Es hat einen eigenen Gleisanschluss an die Hauptlinie Denver-San Francisco und ist für rund 350 Arbeitsplätze ausgelegt.