Dem Zughersteller Stadler Rail entgeht in Lettland ein Grossauftrag. Die neue Führung der lettischen Staatsbahn Pasazieru Vilciens stoppt vorerst die Beschaffung von neuem Rollmaterial. Dabei hatte das Unternehmen von Ex-Nationalrat Peter Spuhler den Auftrag schon fast auf sicher. Anfang Juli war Stadler Rail als Gewinner der entsprechenden Ausschreibung ausgerufen worden.

Es ging um das Leasen und den Unterhalt von mindestens 25 Triebzügen für mindestens 15 Jahre, wofür Lettland mehrere hundert Millionen Franken bereitgestellt hätte. «Wir werden nun die Legitimität der Entscheidung und unsere rechtlichen Möglichkeiten analysieren», sagt Stadler-Rail-Sprecher Tim Büchele auf Anfrage der «Handelszeitung».

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Kauf von neuen Zügen geplant

Bereits kurz nach Bekanntgabe des Siegers Stadler Rail hatte sich in der lettischen Hauptstadt Riga Widerstand gegen das Projekt formiert. Moniert wurden angesichts der Finanzlage die Kosten. Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma zweifelte die «Rationalität» des Geschäfts an, Staatspräsident Andris Berzins sah das internationale Ansehen des Landes in Gefahr.

Unter diesem Druck trat die bisherige Führung der Staatsbahn zurück. Nun sollen neue Züge gestaffelt gekauft werden. Stadler Rail teilt mit, man werde die Teilnahme an einer allfälligen nächsten Ausschreibung prüfen.

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