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Infrastruktur
Stadler Rail stösst auf Widerstand in Polen

Peter Spuhler: Hatte zuletzt kein Glück in Polen. Keystone

Der Thurgauer Bahnhersteller Stadler Rail kämpft um zwei Grossaufträge in Polen. Die Gerichte des EU-Landes stellen dabei die grösste Hürde dar.

Von Bernhard Fischer
am 27.09.2017

Bereits zwei Mal in diesem Jahr ist der Thurgauer Zughersteller Stadler Rail in Polen mit Offerten für öffentliche Aufträge im Gesamtwert von 740 Millionen Franken abgeblitzt. Das berichtet die «Handelszeitung».

Das erste Mal betrifft Krakau, wo es um die Lieferung von 50 Trams geht. Ein Gericht zwang die Krakauer Verkehrsbetriebe MKP, die Offerte des polnischen Lieferanten Pesa anzunehmen. MKP wollte sich für Stadler entscheiden.

«Rein politischer Protektionismus»

Das zweite Projekt betrifft Warschau, wo es um die Lieferung von 213 Trams geht. Stadler war der günstigste Bieter, hat aber verloren. Die Schweizer legten in Warschau Einspruch ein. Eine Entscheidung steht noch aus.

«Ich bin der festen Überzeugung, das ist rein politischer Protektionismus», sagt dazu Swissrail-Direktorin Michaela Stöckli. Eine Stadler-Rail-Sprecherin wollte sich zu dem Thema nicht äussern.

Siemens-Alstom-Fusion erhöht Druck

Stadler Rail hat nicht nur Mühen in Polen. Die angekündigte Fusion der Bahnhersteller Siemens und Alstom erhöht den Wettbewerbsdruck auf Stadler-Rail-Patron Peter Spuhler weiter.

Der fusionierte Bahntechnik-Konzern Siemens Alstom soll in sechs Jahren auf einen Umsatz von mehr als 20 Milliarden Euro kommen. Der grösste Zugbauer ist der chinesische Konzern CRRC. Umsatz im Jahr 2016: Mehr als 30 Milliarden Euro. Stadler Rail kommt gerade einmal auf 2 Milliarden Franken.

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