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Stahlkonzern ArcelorMittal tief im Minus

ArcelorMittal: Die Erlöse schwinden. Keystone

Der weltgrösste Stahlkonzern ArcelorMittal leidet: Die Stahlschwemme und die niedrigen Preise treiben das Unternehmen tief in die roten Zahlen.

Veröffentlicht am 05.02.2016

Die Stahlschwemme und die niedrigen Preise haben den weltgrössten Stahlkonzern ArcelorMittal tief in die roten Zahlen gedrückt. Im vierten Quartal sei ein Nettoverlust von 6,69 Milliarden Dollar angefallen nach einem Fehlbetrag von 955 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum, teilte der Konzern am Freitag mit.

Im Gesamtjahr belaufe sich der Nettoverlust auf 7,9 Milliarden Dollar. Es ist der vierte Jahresverlust nacheinander und der höchste seit der Fusion der Stahlunternehmen Arcelor und Mittal im Jahr 2007.

Schritte eingeleitet

Der Konzern bittet die Aktionäre nun um frisches Geld und streicht die Dividende. Zudem kündigte der Vorstand Einschnitte in Spanien und den USA an. In Deutschland seien dagegen derzeit keine Kürzungen vorgesehen.

Um den bestehenden Schuldenberg zu verkleinern, will sich das Unternehmen nun drei Milliarden Dollar am Aktienmarkt beschaffen. Die Mittal-Familie - mit 37 Prozent grösster Aktionär des Konzerns - kündigte an, voll mitzuziehen und rund 1,1 Milliarden Dollar beizusteuern.

Zudem kündigte das Unternehmen den Verkauf seiner Minderheitsbeteiligung am spanischen Autozulieferer Gestamp für 875 Millionen Euro an. Diese Schritte sollen die Schulden um 4 Milliarden auf unter 12 Milliarden Dollar drücken.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz wegen des beschleunigten Preisverfalls um fast ein Fünftel auf 63,6 Milliarden Dollar abgesackt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel mit 5,2 Milliarden Dollar um rund 2 Milliarden niedriger aus als im Vorjahr.

Deutlich höhere Abschreibungen

Dass unter dem Strich ein Rekordverlust zusammenkam, lag an umfangreichen Aufräumarbeiten in der Bilanz. So korrigierte der Konzern den Wert seiner Beteiligungen an Bergbauprojekten um 3,4 Milliarden Dollar nach unten. Weitere 1,4 Milliarden schrieb ArcelorMittal auf seine Stahlwerke ab. Hinzu kamen 1,3 Milliarden Dollar Wertberichtigungen auf Lagervorräte.

Seit Jahren kämpft die Stahlbranche vor allem in Europa mit Überkapazitäten und niedrigen Preisen. Die Nachfrage liegt weit unter dem Niveau von 2007.

Im vergangenen Jahr hat sich die Situation verschärft, weil China als grösser Stahlproduzent weltweit wegen der eigenen Wirtschaftssorgen massenhaft Stahl auf den Weltmarkt wirft. Das setzt allen Stahlkonzernen zu. Die beiden grössten deutschen Stahlhersteller ThyssenKrupp und Salzgitter schrieben zuletzt nur dank harter Sparprogramme noch schwarze Zahlen.

In den vergangenen Jahren hatte ArcelorMittal wegen der hohen Überkapazitäten bereits 4 seiner 25 Hochöfen in Europa stillgelegt.

(sda/chb)

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