Mangelhafte Vorkehrungen gegen Geldwäsche kommen die britische Grossbank Standard Chartered in den USA erneut teuer zu stehen. Das Institut zahle eine Strafe von 300 Millionen Dollar (225 Millionen Euro), teilte die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde DFS mit. Ausserdem muss Standard Chartered einige Geschäfte am Finanzplatz New York aufgeben.

«Wenn eine Bank ihre Verpflichtungen nicht einhält, sollte es Konsequenzen geben», erklärte DFS-Chef Benjamin Lawsky. Das treffe besonders zu, wenn es um Geldwäsche-Regeln gehe, die entscheidend seien, um Terrorismus und die Verletzung von Menschenrechten zu verhindern.

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«Gewisse Probleme» entdeckt

Standard Chartered war wegen Verstössen gegen US-Sanktionen bei Geschäften mit dem Iran 2012 bereits zu einer Gesamtbusse von 667 Millionen Dollar verdonnert worden. Seitdem hatte Lawsky eine Aufpasserin bei der Bank installiert. Diese soll nun Software-Probleme in den Geldwäsche-Vorkehrungen entdeckt haben.

Die Bank gab sich in einer Stellungnahme reumütig. Man übernehme die Verantwortung und bedauere die Unzulänglichkeiten beim Anti-Geldwäsche-System am New Yorker Geschäftssitz. Standard Chartered hatte bereits vor knapp zwei Wochen eingeräumt, dass die DFS «gewisse Probleme» entdeckt habe.

Für Standard-Chartered-Chef Peter Sands kommt der Fall höchst ungelegen. Er steht wegen der anhaltenden Talfahrt bereits unter erheblichem Druck. Die Bank hatte 2013 erstmals seit mehr als zehn Jahren einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. In der ersten Hälfte dieses Jahres sackte der um Sondereffekte bereinigte Vorsteuergewinn um ein Fünftel auf knapp 3,3 Milliarden US-Dollar ab.

(awp/chb)