Eine überraschend erfreuliche Bilanz für die Schweizer KMU-Exportlandschaft zog zum Auftakt Osec-CEO Daniel Küng: «30% haben in den letzten sechs Monaten mehr exportiert, 50% gleich viel und 20% weniger.» Schwächen des Standorts Schweiz liessen sich aber vor allem punkto Arbeitsbewilligungen finden. Zudem fordert Küng, die nationale Standortstrategie auf den Pazifikraum auszurichten. Wirtschaftsjournalist Beat Kappeler fuhr - auf globaler Ebene - auf einer ähnlichen Schiene. Trotz einiger Schwierigkeiten würden die Beziehungen zwischen China und den USA weiter rege bleiben. Die Frage sei, welche Auswirkungen die Verschuldungsmentalität in den USA auf die Einstellung der Chinesen gegenüber dem Dollar haben werde. Die Zukunft liege auf alle Fälle schwerwiegend in China. Sein Tipp: «Kaufen Sie keine Dollar-Obligationen, ein bisschen Gold im Portefeuille kann nie schaden» und «laden Sie exotische Menschen zum Abendessen ein».Ungewohnt optimistisch sah der US-amerikanische Nationalökonom Nouriel Roubini ein Licht am Ende des Tunnels. Eine Triage bei den Banken sei jetzt an der Tagesordnung. «Retten, was man noch retten kann, aufräumen und privatisieren.» Der nächste Aufschwung komme bestimmt nicht vor nächstem Jahr. Wer nach den ersten Indikatoren für eine Bodenbildung suche, solle nicht auf die Aktienkurse und Bärenmarkt-Rallys schauen, sondern auf die Kreditmärkte. Bundesrätin Doris Leuthard prophezeite den Anwesenden bereits jetzt karge Zeiten. Nach dem «Verdrängen und Vergessen» der Probleme, die zur Krise geführt hätten, werde es Zeit, sich wieder mit der Realität auseinanderzusetzen. In ihrer Rede warnte sie: «In den nächsten Jahren müssen wir wieder hartes Brot essen», und appellierte an die anwesenden Arbeitgeber, Arbeitsplätze nicht kurzfristig zu streichen und von Kurzarbeit Gebrauch zu machen. Im Sinne von Nestlé-CEO Paul Bulcke - «In crisis, leadership is of the essence» - ruhe die Hoffnung, mit einem blauen Auge aus der Krise herauszukommen, auf der Chefetage.

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