Der Musik-Streamingdienst Spotify und Starbucks gehen eine mehrjährige Partnerschaft ein. Rund 150'000 Mitarbeitende der Kaffeehauskette in den USA erhalten eine Premium-Mitgliedschaft bei Spotify, um eigene Playlists mit dem Soundtrack für die Filialen zu erstellen. «Wir machen die Baristas zu DJs», sagt Spotify-Chef Daniel Ek laut der «New York Times».

Starbucks-Kunden haben im Gegenzug über ihre Spotify-App Zugriff auf die Song-Listen und können ihre Wünsche anbringen. Zudem können Kunden mit einem Spotify-Abo bei Starbucks Treuepunkte sammeln. Das Angebot soll in den USA im Herbst starten. Später soll es dann auch in Kanada und in Grossbritannien erhältlich sein. Ob es das Musik-Programm auch in der Schweiz geben wird, ist noch nicht bekannt.

CD-Verkäufe gestoppt

Starbucks hat in US-Filialen seit 1994 neben Kaffee und Backwaren auch CDs verkauft und war für die Musikindustrie ein wichtiger Umsatztreiber. Im Angebot hatte Starbucks Musik von Bob Dylan, Ray Charles oder Yo-Yo Ma. Im März stoppte die Kette allerdings den Verkauf von physischen Tonträgern, nachdem die Verkäufe 2014 um 15 Prozent eingebrochen waren.

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«Seit vielen Jahren ist Musik ein wichtiger Teil des Starbucks-Erlebnisses», sagte Starbucks-Chef Howard Schultz gegenüber der Nachrichtenagentur «Bloomberg». Das soll sich auch in Zukunft nicht ändern. Mit der Spotify-Partnerschaft trifft Starbucks den Nerv der Zeit. Denn Streaming boomt. Mit der Integration von Spotify biete man den Kunden eine völlig neue Art, Musik zu entdecken, so Schultz.

Rüsten gegen Apple

Auch Spotify setzt viel Hoffnung in den Deal. Mit der Präsenz in den Starbucks-Filialen will sich das Unternehmen gegen die harte Konkurrenz wappnen. So wird damit gerechnet, dass US-Technologieriese Apple Anfang Juni seinen eigenen Streamingdienst vorstellen wird.

Spotify ist in 58 Ländern erhältlich und hat laut eigenen Angaben 15 Millionen zahlende Kunden und 45 Millionen Nutzer, die das Gratisangebot mit Werbung gebrauchen.