Das Ergebnis lässt sich aus Schweizer Sicht sehen. Unter den 100 grössten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen Europas befinden sich sieben Konzerne mit Sitz in der Schweiz: Glencore (Rang 6) Nestlé (14), Novartis (58), Roche (67), Adecco (81), Xstrata (82) und ABB (93). Das Euro-Top-100-Ranking ist von Dun & Bradstreet in Zusammenarbeit mit der «Handelszeitung» erstellt worden.

Qualität und Innovationskraft

Jean-Daniel Gerber, Staatssekretär und Direktor des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco, überrascht dieser Befund nicht: «Unsere Unternehmen verfügen über eine lange Erfahrung in der Bearbeitung internationaler Märk-te, sei es durch Exporte oder durch Investitionen.» Zu den Stärken gehörten qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen, technologische Innovation und Zuverlässigkeit. Wichtig ist in den Augen Gerbers aber auch die Langfristigkeit des Engagements der Schweizer Unternehmen im Ausland, gerade auch in schwierigen Märkten. «Diese Beharrlichkeit macht sich nun, besonders in den rasch wachsenden Schwellenländern, zunehmend bezahlt», sagt Gerber.Dieser Meinung schliesst sich Jan-Egbert Sturm, Leiter der Konjunkturforschungsstelle (Kof) der ETH Zürich, an. International ausgerichtete Schweizer Firmen sind seiner Meinung nach gut für den globalen Wettbewerb gerüstet, weil sie sich durch eine starke Innovations- und Anpassungsfähigkeit auszeichnen, einen hohen Anteil an gut qualifizierten Personen beschäftigen und auf hervorragende Qualität setzen.

Zenit ist überschritten

Obwohl der internationale Währungsfonds mit einem realen Weltwirtschaftswachstum von 5,2% für 2007 rechnet – laut Gerber ein «hervorragender Wert» –, nehmen die Risiken für die Weltkonjunktur zu. «Der Zenit des gegenwärtigen Konjunkturzyklus dürfte überschritten sein.»Gemäss Analyse des Kof werden Asien und Lateinamerika am stärksten wachsen. Sturm rechnet für die USA im Verlauf des nächsten Jahres mit einer leichten Wachstumsbeschleunigung von 2 (1. Quartal) auf 2,75% (4. Quartal) und für den Euroraum mit einem konstanten Trendwachstum von knapp 2,5%.Besonders dynamisch entwickelt sich laut Sturm die Uhren- und die Investitionsgüterindustrie. «International sehr gut positioniert sind auch die Konsumgüterbranche, Chemie/Pharma und die Bauzulieferindustrie», erläutert Sturm. Gerber räumt Nischenanbietern im Textilsektor sowie Fabrikanten von Taschenmessern gute internationale Chancen ein.

Anzeige