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Starker Franken bremst SBB-Chef Meyer aus

SBB Cargo: Der Güterverkehr schreibt wieder rote Zahlen. Keystone

Der starke Franken hat das SBB-Ergebnis im vergangenen Jahr belastet. Der Güterverkehr schrieb nach zwei positiven Jahren wieder rote Zahlen. Dafür schreitet die Digitalisierung voran.

Veröffentlicht am 18.03.2016

«Stark gefordert, aber gut unterwegs» – so fasst das Unternehmen in einer Medienmitteilung vom Freitag das vergangene Jahr zusammen. Der Konzerngewinn verringerte sich um über ein Drittel auf 246 Millionen Franken. Ohne Auswirkungen der Frankenstärke wäre der Gewinn rund 80 Millionen Franken höher ausgefallen.

Der starke Franken macht sich auch im Güterverkehr bemerkbar: Nach zwei positiven Jahren war SBB Cargo im vergangenen Jahr wieder defizitär. Der Verlust betrug 22 Millionen Franken. Als Gründe verweisen die Bundesbahnen nicht nur auf den Franken, sondern auch auf die konjunkturelle Abschwächung sowie die zunehmende Deindustrialisierung. Dank Sparmassnahmen habe immerhin im zweiten Halbjahr ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden können.

Mehr und zufriedenere Kunden

Doch die SBB kann fürs vergangene Jahr auch positive Zahlen vermelden. Die tägliche Passagierzahl erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 1,21 Millionen Passagiere und erreichte einen neuen Rekordwert. Im Fernverkehr nahm die Nachfrage erfreulicherweise in Nebenverkehrszeiten erstmals stärker zu als in Hauptverkehrszeiten. Der Gewinn im Personenverkehr stieg von 104 auf 131 Millionen Franken um rund einen Viertel. Ohne Auswirkungen der Frankenstärke wäre er noch höher ausgefallen, wie die SBB schreibt.

Die insgesamt mehr als fünf Millionen Kunden waren 2015 zufriedener mit den Angeboten und Dienstleistungen der SBB als im Vorjahr. Die Kundenzufriedenheit stieg insgesamt um 0,5 auf 74,8 Punkte. Zufriedener waren die Kunden mit dem Platzangebot, der Haltung der SBB Mitarbeitenden, der Sauberkeit in Zügen und Bahnhöfen und dem Preis-Leistungs-Verhältnis.

SBB schliesst zwei Business-Points

Die Pünktlichkeit wurde indes leicht kritischer bewertet. 87,8 Prozent aller Reisenden erreichten pünktlich ihr Ziel, 0,1 Prozent mehr als 2014. Der Zielwert wurde laut der SBB aber noch nicht erreicht.

Am Schalter wurden 2015 fast 20 Millionen Billette verkauft, rund 1 Millionen weniger als 2014. Wegen zu tiefer Nachfrage schliesst die SBB per Ende 2016 die Business-Points in Bern und Genf. Anders sieht die digitale Zukunft aus: Über 12 Millionen Ticktes sind letztes Jahr über die SBB-App verkauft worden. Das sind über 40 Prozent mehr als im Vorjahr.

Neue Swisspass-App

Im Wandel ist auch der Swisspass. Bereits 887'000 Karten sind heute im Umlauf.

Für das nächste Jahr hat die SBB heute eine Swisspass-App angekündigt. Zudem will der Konzern nach und nach weitere Angebote in die rote Plastikkarte integrieren.

(sda/ise/ama)

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