Ein durch die Rezession ausgelöstes verändertes Kaufverhalten im Bereich Luxusgüter hat dem internationalen Markt für Kunst und Antiquitäten geholfen, die weltweite Wirtschaftskrise zu meistern. Zu diesem Resultat kommt die soeben erschienene Studie «The International Art Market 2007-2009, Trends in the Art Trade during Global Recession» von Dr. Clare McAndrew. In Auftrag gegeben wurde sie von der European Fine Art Foundation, die auch The European Fine Art Fair in Maastricht organisiert.

«Weil die Bedingungen wirtschaftlicher Rezession in vielen Ländern zu einem Rückgang der Einkommen geführt haben, sind auch Bedarf und Verbrauch vieler Luxusgüter zurückgegangen», heisst es in dieser jüngsten der von der European Fine Art Foundation jährlich in Auftrag gegebenen Studien. Eine Rückbesinnung auf dauerhafte Werte habe dazu geführt, dass sich der Weltmarkt für Kunst und Antiquitäten, obwohl er unter der Rezession litt, viel besser behauptet habe als erwartet. Auch die geografische Verteilung von Reichtum hat sich zugunsten des Kunstmarkts ausgewirkt. Während die meisten älteren Volkswirtschaften des Westens derzeit einen Wirtschaftsrückgang verzeichnen, weisen viele der neuen Kunstmärkte, wie etwa China und Indien mit 9 respektive 6% im Jahr 2009, noch ein positives Wachstum aus.

Laut der Studie lag der Gesamtumsatz des weltweiten Markts für bildende und angewandte Kunst im Jahr 2008 bei 42,2 Mrd Euro - das sind 12% weniger als der Spitzenwert von 48,1 Mrd Euro im Jahr 2007. 2009 fielen die Umsätze weiter, gemäss Schätzungen um 26% auf 31,3 Mrd Euro. Dennoch lagen sie im letzten Jahr immer noch weit über dem jährlichen historischen Niveau vor 2006.

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Fast 50% aller Kunstmarkttransaktionen auf dem globalen Markt fanden 2008 in der EU statt und erreichten einen Gesamtmarktumsatz von 20,7 Mrd Euro. Mit einem Wertanteil von 35 bzw. 34% dominieren die USA und Grossbritannien den globalen Kunstmarkt weiterhin.

Der Auktionsmarkt für zeitgenössische Kunst wuchs von 92 Mio Euro im Jahr 2002 auf 915 Mio Euro im Jahr 2008. Das ist nahezu eine Verzehnfachung des Wertzuwachses in einer Zeitspanne von nur sechs Jahren. Diese Expansionsphase wurde von dem zusehends überhitzten Sektor der zeitgenössischen Kunst angeführt. Als Folge davon war dieser stärker als andere von der Rezession betroffen und fiel um 60% auf 378 Mio Euro.

Traditionellere Sammelgebiete haben hingegen während der letzten Jahre eine gute Performance gezeigt. So gilt etwa die Altmeistermalerei heute als ausgesprochen starker Sammlungs- und Investitionssektor.