Sie gilt als eines der vielversprechendsten Schweizer Startups, als potenzielles Unicorn gar: die Firma Starmind International in Küsnacht ZH, 2010 gegründet von Pascal Kaufmann und Marc Vontobel und spezialisiert auf das Thema künstliche Intelligenz. Im Frühling hat sie eine – für Schweizer Verhältnisse ungewöhnlich grosse – Finanzierungsrunde von 15 Millionen Franken abschliessen können.

Jetzt wechselt sie den CEO aus: Peter Waser (62), bei Microsoft einst Schweiz-Chef und Leiter des Servicegeschäftes in Westeuropa, gibt das Amt nach zwei Jahren altershalber ab. Er wechselt in den Beirat der Firma. Neuer CEO wird der Deutsche Oliver Muhr. «Er bringt uns in die nächste Geländekammer», sagt Kaufmann.

Muhr, der zwölf Jahre in den USA unter anderem beim Softwarehersteller SunGard gearbeitet hat, soll die US-Expansion vorantreiben: «Da wollen wir aggressiv ausbauen», sagt der 40-Jährige. In Europa, vor allem der Schweiz, wird dagegen in Technologie investiert.

Peter Waser

Gibt das Amt als CEO nach zwei Jahren altershalber ab: Peter Waser.

Quelle: ZVG

Nun auch Privatkunden

Bisher bediente Starmind ausschliesslich Firmenkunden, die mit der Software ihr Wissen organisieren. Nun will man auch dem Privatkunden Einsichten liefern, live durch ein Gadget im Ohr. Am anderen Ende hören zunächst Menschen, eines Tages dann Maschinen mit und suchen in der jeweiligen Situation nützliche Informationen.

«Der Konsument ist bereit, die ganze Privatsphäre preiszugeben, wenn der Nutzen gross genug ist.»

Pascal Kaufmann, Starmind Mitgründer

Datenschutzbedenken hat Kaufmann nicht: «Der Konsument ist bereit, die ganze Privatsphäre preiszugeben, wenn der Nutzen gross genug ist», sagt er. «In Asien und den USA ist man diesbezüglich sowieso viel experimentierfreudiger.»

Bereits Weihnachten will Kaufmann einen Prototyp vorstellen. 90 Mitarbeiter soll die Crew dann umfassen. «Wir haben Tausende von Bewerbungen aus der ganzen Welt», so Kaufmann.

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