Die beiden ETH-Physiker Giovanna Davatz und Rico Chandra haben es geschafft – vorderhand jedenfalls. Ihre Idee, einen Detektor zu entwickeln, der radioaktives Material genauer erkennt, als es bisher möglich war, hat Geldgeber und Förderer gleichermassen überzeugt.

Die jungen Forscher nahmen am Businessplan-Wettbewerb «Venture 2006» von McKinsey und der ETH teil und gewannen den 1. Preis. Sie erhielten 60000 Fr. Startkapital und gründeten mit dem Betriebswirtschafter Mario Voegeli, heute der Dritte im Bunde, das Jungunternehmen Arktis Radiation Detectors.

Gute Leute mit guten Projekten

Damit erfüllen die ETH-Forscher just jene Bedingung, die Branco Weiss, der erfolgreiche Unternehmer, Mäzen und Förderer von Start-ups, unermüdlich predigt: «Alle schreien, dass Jungunternehmer mehr Geld brauchen. Das stimmt einfach nicht. Gute Leute mit guten Projekten und Produkten finden immer Geld.»
Doch so einfach ist das nicht. Xavier Comtesse von Avenir Suisse, dem Think Tank der Schweizer Wirtschaft, diagnostiziert bei der Finanzierung von Start-ups und Jungunternehmen generell ein Defizit. Zwar steht die Schweiz hinsichtlich der Innovationen gemäss der Rangliste des Weltwirtschaftsforums an erster Stelle. «Doch im Bereich der Finanzierung von Start-ups, die eine Schlüsselrolle in der Erneuerung des Wirtschaftsgefüges spielen, ist die Schweiz gegenüber den Hauptkonkurrenten im Rückstand.»
Sind die Banken zu wenig risikobereit? Einige, die jährlich den Pionierpreis vergeben, wie die Zürcher Kantonalbank, bieten spezielle Programme für Start-ups. Bei anderen wie der UBS gilt folgendes Motto: «Je besser eine Innovation bewertbar ist, desto grösser sind die Chancen einer Fremdfinanzierung.» Matthias Müller, Marketing Corporate und Business Clients bei der UBS, unterscheidet bei der Bewertung einer Innovation zwischen der Verbesserung der bestehenden Produkte und Dienstleistungen, deren Ergänzung und Neuentwicklungen sowie der Erschliessung neuer Märkte.

Businessplan ist die halbe Miete

Dabei ist für Müller klar: «Die Einreichung eines Businessplans oder eines Investitionskonzepts stellt bei der Zusammenarbeit mit der Bank eine zentrale Rolle dar.» Letztlich geht es darum, Ziele, Risiken und Erfolgsaussichten möglichst genau zu quantifizieren.
Die auf Private Equity und Venture Capital spezialisierte Beteiligungsfirma New Value hat klare Kriterien, wann sie in Jungunternehmen investiert. Die Wettbewerbsvorteile müssen erkennbar sein, und es muss ein grosses existierendes oder potenzielles Marktvolumen vorhanden sein. Sodann muss die Führung des Unternehmens intakt und bereit sein, mit dem aktiven Investor Ziele zu erreichen.
Das Beispiel Arktis Radiation Detector zeigt: Bevor das Kapital fliesst – egal ob von Freunden, Kunden, Lieferanten, Preisen, Stiftungen, Banken, Investoren –, braucht es eine Idee und einen Businessplan, der überzeugt.

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Tipps für den Start

Adressen für Firmen auf Kapitalsuche

www.venturekick.ch Startkapital für Hochschul-Spin-offs;
www.venturelab.ch Workshops für Technologie-Start-ups;
www.ctistartup.ch Coaching für Higtech-Start-ups sowie Kontakte zu Investoren;
www.cti-invest.ch Plattform von Higtech-Start-ups für Venture Capitalists und Business Angels;
www.inno-swiss.com Verzeichnis von Kapitalgebern, Preisen, Technologietransferstellen;
www.ifj.ch Know-how, Businessplan-Tools für Jungfirmen.

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Swiss Innovation Forum

Nationale Initiative
Das Swiss Innovation Forum versteht sich als Plattforum für Innovation, Kreativität und den Aufbruch in der Schweiz. Führende Köpfe aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Politik diskutieren und informieren, wie man eine Erfolgskultur in einem Unternehmen aufbaut.

17. Oktober 2007
Die ganztägige Veranstaltung findet im Congress Center in Basel statt. Zu den Top-Referenten gehören Torben Ballegaard Sørensen (Bang & Olufsen), Mario Moretti Polegato (Geox), Heinrich von Pierer (Berater, ehemals Siemens) und Michael Jones (Google Earth). Daneben gibt es viele Praxisbeispiele.

Informationen
800 Entscheidungsträger, Keynote-Referate, Know-how-Sessions,
40 Innovationen in der Future-Expo. Infos und Anmeldung unter: www.ch-innovation.ch.