Das Preisgeld von 25000 Fr. ist nicht der Hauptnutzen, viel wichtiger ist die mit der Verleihung verbundene Steigerung des Bekanntheitsgrades», erklärt Peter Stähli, CEO des Swiss Economic Forums (SEF). Das helfe nicht nur, neue Kunden zu gewinnen und damit den Umsatz zu steigern. «Es fällt einem ausgezeichneten Jungunternehmen auch leichter, qualifiziertes Personal zu rekrutieren und die oft notwendigen weiteren Finanzierungsrunden zu sichern.»

Rückenwind für Velo

«Die Bekanntheit lässt sich am leichtesten mit einem Produkt steigern, das im breiten Publikum einprägsam kommunizierbar ist», gibt Stähli zu bedenken. Er verweist auf Thömus Veloshop, einen der drei Preisträger im Jahr 2006, der mit dem Award wohl den grössten Sprung gemacht habe. Um die Bekanntheit in gleichem Masse mit konventioneller Werbung zu steigern, hätte die Firma wohl 1 Mio Fr. einsetzen müssen, schätzt Stähli.

In der Regel schwieriger sei es, Hightech- und Biotech-Firmen mit ihren zumeist abstrakteren Produkten in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Doch willkommenes Echo löst ein Preis fast in jedem Fall aus. Beispiel Woodwelding SA, die ebenfalls 2006 zu Ehren kam. «Am Tag der Award- Verleihung ist tief drinnen in unserer Unternehmenskultur der Schritt von der Kinderstube zum Erwachsensein vollzogen worden, und das hat unser Team noch reifer, stärker und wettbewerbsfähiger gemacht», meint CEO Marcel Aeschlimann rückblickend. Seit dem Erhalt des Preises ist die Firma personell um 25% gewachsen. Und der Wert des Unternehmens habe sich, so Aeschlimann, mit dem kurz danach erfolgten Einstieg in die Wirbelsäulenchirurgie gar vervielfacht.

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Mindestens so wichtig wie der Preis ist für alle Wettbewerbsteilnehmer die mit dem SEF verbundene Gelegenheit fürs Networking. «Dank dem Award konnten wir interessante Kontakte knüpfen», bestätigt Alexandra Bisaz, mit Lolox AG Gewinnerin 2007. Den Beweis, dass ein Preis sich auch nachhaltig auswirkt, können nur die späteren Erfolgsbilanzen erbringen. Remo Neuhaus, der mit seinem Gastrounternehmen Lorenzini 2006 einen Award erhielt, verrät: «Wir haben in den beiden letzten Jahren den Umsatz um jeweils 10 und den Gewinn um 30% steigern können. Und wir haben die besten Mitarbeiter in der Branche gewinnen können.» Auch die Iglu Dorf AG verzeichnet seit der Auszeichnung im letzten Frühling messbare Erfolge. «Nebst einem beeindruckenden medialen Echo stellen wir eine um 25% höhere Nachfrage im Hochpreissegment und bei den Events fest», sagt Geschäftsführer Adrian Günter. Rund 7000 Gäste buchten im letzten Winter eine oder mehrere Nächte im Schlafsack auf Schnee. Günter vermarktet sein Angebot als Lifestyle-Abenteuer, mit Glühwein, Fondue oder Whirlpool, im Sechser-Iglu-Zimmer oder in der Romantik-Suite. Die Firma tätigte im letzten Winter einen Umsatz von 2 Mio Fr.

In dieser Saison sind nun 150 Mitarbeitende, grösstenteils in Teilzeit in den kühlen Hotels engagiert. Gebaut werden die Iglus längst nicht mehr aus Schneeblöcken. Günter hat dafür eine eigene patentierte Technik entwickelt: Er lässt Ballons in Igluform mit Hilfe von Pistenbullis und Beschneiungskanonen mit Schnee überdecken. Nach einer kalten Nacht lässt er die Luft aus den Ballons raus, und fertig ist das Schneehaus.

Prionics und Cytos

Im Rückblick ist Stähli besonders auf zwei Preisträger stolz: «Prionics war vom Produkt her, einem Schnelltest zur Erkennung von BSE, wohl der bedeutsamste Preisträger. Cytos hat das grösste Potenzial auf dem Markt, was wir im Rahmen des Award frühzeitig erkannt haben.»

Dass auch einzelne Preisträger schnell wieder von der Bildfläche verschwunden sind wie etwa Concepcion Technologies, spricht nicht gegen die Qualität des Wettbewerbs. Garantieren soll diese das aufwendige Jurierungsverfahren. Es ist so angelegt, dass nicht nur die Gewinner, sondern alle Teilnehmenden profitieren können. Denn alle müssen sich der ausführlichen Beurteilung durch interdisziplinäre Expertenteams und einer hochkarätigen Jury stellen und kommen so zu einer wertvollen Expertise.

 

Brunos Best AG: Wie ein Finalteilnehmer mit seiner Salatsauce in jeder Beziehung das richtige Rezept hat

Bruno Arnold war lange Zeit Wirt, und besonders schätzten die Gäste seine exzellente Salatsauce. Die Nachfrage war so gross, dass er diese schon bald in selbst abgefüllten Flaschen über die Theke verkaufte. Als er die Salatsauce versuchsweise in Läden lancierte, wurde deutlich: Dieses Produkt hatte das Potenzial zum Verkaufshit. Also verpachtete Arnold seinen Gasthof, setzte ganz auf die Salatsaucen und wurde zum Unternehmer. Er stellte mit Bruno’s Best AG in Sarnen eine industrielle Produktion auf, um Foodmärkte von Manor, Spar Schweiz und Coop Zentralschweiz-Zürich sowie selbstständige Detaillisten zu beliefern.

Arnold hatte schnell Erfolg und lieferte den Beweis, dass sich selbst mit einem einfachen Produkt wie der Salatsauce ein erfolgreiches Unternehmen aufziehen lässt. Damit konnte er auch die Experten des SEA überzeugen. Bei der Ausscheidung 2007 schaffte es Bruno’s Best unter die neun nominierten Finalisten. «Auch wenn es nicht ganz für den Sieg gereicht hat, so war die Teilnahme am Award ein Erfolgserlebnis, das uns zusätzlichen Schub verliehen hat», erklärt Rony Arnold, Sohn des Firmengründers und Marketingleiter. Bruno’s Best hat nochmals an Tempo zugelegt. Der wöchentliche Ausstoss der Firma mit ihren zwölf Mitarbeitenden liegt bei 10000 bis 15000 Fläschchen. Das nächste Ziel ist es, in der ganzen Schweiz präsent zu sein. 2009 sollen die Salatsaucen auch in Deutschland und Österreich erhältlich sein.

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