Monsanto und BASF könnten sich in letzter Sekunden doch noch zusammenraufen, um Syngenta ein noch besseres Angebot zu unterbreiten als ChemChina, meinen Beobachter des britischen Analystenhauses, Manalo, laut Bloomberg.

Die Chinesen sehen bisher wie die sicheren Sieger beim Werben um den Schweizer Agrochemiekonzern aus. Monsanto zog im Herbst 2015 sein Angebot von 449 Franken (Cash und Aktien) je Aktie zurück, nachdem die Amerikaner bei den Baslern auf wenig Gegenliebe stiessen.

Monsanto riskiert, unter die Räder zu kommen

Anfang Februar wurde bekannt, dass die Syngenta-Spitze für das Werben der Chinesen offener war: Sie befürwortet einen Verkauf an ChemChina für 480 Franken pro Aktie (Cash), was einer Bewertung von 43,7 Milliarden Franken entspricht.

Monsanto riskiert nun bei der Konsolidierung der Agrochemiebranche arg ins Hintertreffen zu geraten. Die Konkurrenten von Dow Chemical und DuPont haben bereits im Dezember 2015 einen Deal eingefädelt, um ihr Geschäft zusammenzuführen. Im Februar dann schnappte ChemChina Syngenta weg.

«Verzweiflungs-Angebot»

Möglicherweise wird Monsanto in den USA gegen die Fusion von Syngenta und ChemChina in den Hinterzimmern lobbyieren. Denn noch muss das mächtige amerikanische Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) dem Deal zustimmen. Die Analysten von Manalo ziehen in einem 38-seitigen Report auch ein «Verzweiflungs-Angebot» Monsantos an Syngenta in Betracht.

Die Amerikaner könnten den Schweizern nochmals ein Angebot durch einen Aktien- und Bargeld-Tausch (stock and cash inversion) unterbreiten, um mit BASF gemeinsam zu werben. Dabei würde BASF das Saatgutgeschäft kaufen. Solch ein Angebot wäre für Syngentas Aktionäre lukrativer, steht im Report. Solche Planspiele kamen auch schon früher auf.

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Luft nach oben

«Die gegenwärtigen Aktienpreise und die reale Möglichkeit, dass Monsanto momentan seine Optionen für ein Gegenangebot auslotet, sprechen für einen Anstieg der Syngenta-Aktien», meint Manalo-Analyst und CEO der gleichnamigen Firma Rod Manalo. Er arbeitete früher bei der Jeffreis Group sowie der Deutschen Bank, bevor er sich auf die Beratung von Hedge Fonds und institutionelle Investoren spezialisierte, wie es auf der Webseite der Firma heisst.

Vertreter von Syngenta und BASF wollten den Manalo-Report nicht kommentieren. «Das ist pure Spekulation», sagte ein Monsanto-Sprecher. Die Firma sei auf einen eigenständigen Wachstumsplan eingeschworen und lobbyiere nicht gegen Deals ihrer Konkurrenz. «Diese Entscheide liegen angemessenerweise in den Händen der Regulatoren.»

Angst um Verzögerungen

Bei Syngentas Anlegern wurden Befürchtungen laut, dass die USA den Deal noch vereiteln könnten, was die Aktie der Basler belastete. Analyst Manalo hat auch dazu eine Meinung: Die Vereinigten Staaten seien zu einer Blockade wohl darum nicht in der Lage, weil es keine als geheim eingestufte Verbindungen zwischen Syngenta und der US-Regierung gebe.

(Bloomberg, Übersetzung Christian Bütikofer)