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Steinway & Sons im Visier der Weko

Steinway & Sons: Edler Flügelbauer unter Verdacht. (Bild: Bloomberg)

Die Schweizer Wettbewerbskommission hat Untersuchungen gegen den Klavier- und Flügelhersteller Steinway & Sons und dessen Schweizer Händler eingeleitet. Das Traditionsunternehmen will mit den Behörden

Veröffentlicht am 29.11.2012

Die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) ermittelt gegen den deutsch-amerikanischen Klavierbauer Steinway. Es bestehe ein Anfangsverdacht auf «unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen», heisst es in einer Weko-Mitteilung.

Möglicherweise hat Steinway illegale Absprachen mit seinen Händlern in der Schweiz getroffen. «Wir haben den Verdacht, dass es beim Handel mit Steinway-Instrumenten in der Schweiz vertikale und horizontale Absprachen gibt: also Absprachen zwischen dem Hersteller und einzelnen Händlern sowie Absprachen der Händler untereinander», wurde ein Weko-Sprecher von der Zeitung «Die Welt» zitiert.

Keine Offerte aus dem grenznahen Raum

Der Weko lägen laut Bericht Hinweise vor, wonach Steinway die Schweiz in Sektoren aufgeteilt haben könnte, für die dann nur ein einzelner Schweizer Händler zuständig sein sollte – damit sich nicht mehrere Steinway-Händler Konkurrenz machen.

Auch könnten Händler untereinander Preise abgestimmt haben, so «Die Welt» weiter.

Auslöser der Untersuchung sei eine Anfrage des Hochbauamts des Kantons Zürich gewesen, das einen Kauf von Klavieren und Flügeln im Umfang von mehreren Millionen Franken ausgeschrieben hatte. 

Trotz des hohen Volumens sei es erstaunlicherweise zu keiner Offerte aus dem nahegelegenen süddeutschen Raum gekommen, wird Weko-Direktor Raphael Corazza in einem Bericht der «Neuer Zürcher Zeitung» zitiert. Die offiziellen Händler von Steinway & Sons in der Schweiz seien laut Bericht Musik Hug in Zürich, Krompholz in Bern und La bottega del pianoforte in Lugano. 

Musik Hug lehnt mit Verweis auf das laufende Verfahren einen Kommentar ab - Steinway & Sons liess gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters verlauten, man sei sich keiner Schuld bewusst und wolle mit den Behörden kooperieren.

Pianisten wie Cole Porter, Sergei Rachmaninow, Daniel Barenboim oder Lang Lang haben das Traditionsunternehmen mit Sitz in New York und Hamburg zu Weltruhm gebracht.

(vst/aho)

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