Trotz einer Verbesserung hält der Umsatzrückgang in Amerika an. Wann wird Bossard in den USA wieder zulegen können?
Stephan Zehnder: Die Entwicklung kommt nicht überraschend und war ausschlaggebend für die Restrukturierungen in den Staaten. Über die Neukunden-Akquisition wollen wir auf den Wachstumsweg zurückfinden.

Wie kommen Sie damit voran?
Zehnder: Wir konnten auch in diesem Jahr einige neue Belieferungsverträge abschliessen. Dies wird sich aber nicht sofort auf unseren Umsatz auswirken, da es in der Regel von der Kundenakquisition bis zum ersten Umsatzfranken sechs bis zwölf Monate dauern kann.

Spüren Sie eine Verbesserung beim Grosskunden John Deere?
Zehnder: Der Umsatz mit John Deere übertraf im vergangenen Tertial unsere Erwartungen. Bis Ende Jahr gehen wir von einer weiteren Verbesserung aus.

Wie wird sich der amerikanische Markt zukünftig entwickeln?
Zehnder: Unser Umsatz ist stark vom Industrie-Output abhängig. Kurzfristig sehen wir deshalb keinen Rebound. Immerhin zeichnet sich eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau ab.

Wann ist die Restrukturierung abgeschlossen und wie wird sie sich auf das US-Geschäft auswirken?
Zehnder: Per Ende 2007 sollte sie abgeschlossen sein. Vor Restrukturierungskosten erwarten wir im laufenden Jahr in den USA eine Ebit-Marge von 2 bis 3%. Bereits im nächsten Jahr sollte eine Verbesserung auf 4 bis 5% möglich sein. Mittelfristig wollen wir die 7%-Marke erreichen.

Eher durchzogen präsentierte sich die Entwicklung in Asien.
Zehnder: Der asiatische Markt ist insgesamt robust. Einen Umsatzrückgang mussten wir in Südost­asien und Indien hinnehmen, wo wir bei einem wichtigen Kunden einen Teil des Umsatzes an einen Produzenten verloren haben. In Asien fiel unser Wachstum daher etwas tiefer aus als geplant. Entscheidend ist, dass wir die Profitabilität kontinuierlich steigern.

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Wo stehen Sie diesbezüglich?
Zehnder: Der Aufbau in Asien ist mit Vorlaufkosten verbunden, sodass die Resultatentwicklung verwässert wird. Jedoch erzielen wir in einigen Ländern bereits Margen, die mit anderen Märkten vergleichbar sind. Über die gesamte Region erreichen wir heute Break-even. Nun stehen Investitionen in eine neue IT-Plattform an, sodass in ein bis zwei Jahren eine merkliche Verbesserung erzielt werden kann. Mit der heutigen Grösse haben wir die Voraussetzungen, um profitabel zu wachsen.

Welche möglichen Gefahren sehen Sie in Europa?
Zehnder: Dank der starken Konjunktur und unserem Ausbau in Osteuropa haben wir in Europa im Vorjahr um 15%, dieses Jahr gar um 20% zugelegt. Zudem sind die Auftragsbücher unserer Abnehmer voll. Da unser Geschäft vom Output dieser Firmen abhängt, sehe ich hier ein gewisses Risiko, sollte sich ein markanter Rückgang abzeichnen. In diesem Fall müssten wir reagieren und Massnahmen analog 2001 einleiten.

Die steigenden Rohstoffpreise be-lasten Ihre Marge. Wird der Margendruck weiter zunehmen?
Zehnder: Der Druck auf die Margen besteht konstant. Nach einem markanten Anstieg beim rostfreien Stahl während der letzten zwölf Monate ziehen nun die Preise auch beim Stahl wieder leicht an. Die Preissteigerung versuchen wir an den Markt weiterzugeben, was uns aber nur mit einer Verzögerung gelingt, da wir zum Teil Jahreskontrakte abgeschlossen haben.

Wie wird das laufende Geschäftsjahr ausfallen?
Zehnder: Wir gehen von einem Umsatzplus um 7% und einer Gewinnverdoppelung aus.

Und auf Ebit-Stufe?
Zehnder: Letztes Jahr erzielten wir eine Ebit-Marge von 5,6%. Für 2007 stehen die Chancen gut, dass wir die 7%-Marke erreichen. Mittelfris-tig liegt das Margenziel bei 8%, während ein Wachstum von 5 bis 8% angepeilt wird.

Planen Sie dazu Akquisitionen?
Zehnder: Nein, mit Ausnahme von möglichen kleineren Zukäufen ist dies nicht geplant. Geografisch sind wir gut ausgerichtet und fokussieren uns deshalb primär auf organisches Wachstum.