Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) will bis in drei Jahren nur noch Kunden mit steuerkonformen Konten. Auch bestehende ausländische Kunden müssen angeben, ob sie ihre Verhältnisse bei ihren nationalen Steuerämtern offengelegt haben.

Die Zürcher Staatsbank verwaltet nach eigenen Angaben rund zehn Milliarden Franken von Kunden mit Wohnsitz im Ausland (Offshore-Vermögen). Die Bank, die unter verschärfter Beobachtung namentlich der amerikanischen Behörden steht, verlangt von ihren Kunden eine Unterschrift zur Bezeugung der Steuerehrlichkeit.

Die ZKB durchforstet die Kundenakten derzeit auf Unregelmässigkeiten. Die Bank bestätigte entsprechende Angaben aus einem Beitrag der Zeitung «Tages-Anzeiger».

Mit US-Kunden reinen Tisch gemacht

Laut ZKB-Chefsprecher Urs Ackermann sind Hinweise auf Steuerunehrlichkeit beispielsweise banklagernde Korrespondenz ohne periodischen Versand oder ein gewollter Verzicht auf Quellensteuerrückerstattung. Die ZKB-Berater wissen in der Regel genau, welche Kunden ihr Geld deklarieren und welche nicht.

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Bei US-Kunden hat die Bank nach eigenen Angaben schon vor rund drei Jahren reinen Tisch gemacht. Bei Kunden aus Deutschland ist die Bank mit ihrem Vorgehen nicht mehr von der inzwischen sehr unwahrscheinlich gewordenen Abgeltungssteuerregelung abhängig. Ähnlich ist auch schon die Postfinance mit ihren Kunden verfahren.

ZKB und Postfinance nehmen mit ihren Massnahmen eine andere Haltung ein als die Schweizerische Bankiervereinigung. Der Branchenverband hatte am Dienstag bekundet, dass er gegen eine systematische Deklarationspflicht sei.

Bei Neukunden aus dem Ausland ist die Bank nach eigenen Angaben sehr streng. Bei Schweizer Kunden gibt es keine Massnahmen: «Zur hierzulande herrschenden Vertrauenskultur zwischen Bürger und Staat, inklusive den Steuerbehörden, gilt es, Sorge zu tragen», sagte ZKB-Sprecher Ackermann zum Tages-Anzeiger.

(sda/muv/aho/chb)