1. Home
  2. Unternehmen
  3. Stilllegung des AKWs Mühleberg dauert bis 2031

Präsentation
Stilllegung des AKWs Mühleberg dauert bis 2031

Blick in den geöffneten Reaktordruckbehälter: Ab 2019 ist Schluss. Keystone

Die BKW legt das AKW Mühleberg ab 2019 vor allem mit eigenem Personal still. Fast alle Angestellten hätten die Angebote zur Weiterbeschäftigung angenommen. Der teure Prozess dauert wohl viele Jahre.

Veröffentlicht am 04.04.2016

Die BKW hat am Montag in Mühleberg ihr Ende 2015 beim Bund eingereichtes Stilllegungsgesuch fürs Kernkraftwerk Mühleberg öffentlich aufgelegt. Sie gab bei der Präsentation des Dossiers bekannt, dass sie die Stilllegung vor allem mit eigenem Personal vornehmen wird. Von den 300 Angestellten des Kernkraftwerks Mühleberg hätten bis auf zwei alle die Angebote des Berner Energie- und Energiedienstleistungsunternehmens zur Weiterbeschäftigung über den Dezember 2019 hinaus angenommen.

Das sagte BKW-Chefin Suzanne Thoma am Montag an einer Medienkonferenz zur Stilllegung in Bern. Im Dezember 2019 will die BKW bekanntlich die Anlage vom Netz nehmen. Einen Grossteil der Stilllegungsarbeiten werden BKW-Leute vornehmen, wie Phlipp Hänggi ausführte, Leiter Nuklear der BKW. Nur hochspezialisierte Demontage- und Zerlegearbeiten und Spezialaufgaben im Rückbau werden externe Fachleute ausführen. Diese kommen auch zur Abdeckung von Auslastungsspitzen zum Zug.

Kosten von 2,1 Milliarden Franken veranschlagt

Thoma sagte auch, die Finanzierung der Stilllegung sei «auf Kurs». Gemäss einer Studie von 2011 rechne ihr Unternehmen für die Stilllegung der Anlage und für Entsorgungsarbeiten mit Totalkosten von 2,1 Milliarden Franken. Ende 2015 hätten die Rückstellungen 1,59 Milliarden Franken betragen.

Letztlich werde die BKW über genügend Mittel verfügen, weil die Stilllegung ein jahrelanger Prozess sei und die BKW weitere Rückstellungen und Einzahlungen in den AKW-Stilllegungsfonds des Bundes vornehmen werde. Die öffentliche Auflage des BKW-Stilllegungsgesuchs dauert einen Monat lang. Sie findet statt, nachdem die eidgenössischen Behörden das Gesuch auf seine Vollständigkeit hin überprüft haben.

«Fokus Anti-Atom» will sofortige Abschaltung

Das Gesuch umfasst neben verschiedenen Anträgen einen Hauptbericht und drei Teilberichte. Im Hauptbericht zeigt die BKW gemäss eigenen Aussagen auf, dass sie alle rechtlichen Anforderungen für die Stilllegung erfüllt. In den drei Teilberichten geht es ums Vorgehen bei allfälligen Störfällen, um Umweltaspekte und um die Sicherung der Stilllegungsarbeiten.

Während der Auflagefrist können der Kanton Bern, Gemeinden in der Umgebung des AKW und Anwohner Einsprache gegen die Stilllegung der Anlage erheben. Das Gesuch ist auch auf der Internetseite der BKW und auf jener des Bundesamts für Energie zu sehen. Zudem führt die BKW in den nächsten Tagen in den Gemeinden Mühleberg, Wohlen und Radelfingen öffentliche Informationsanlässe durch.

Die Anti-Atom-Organisation «Fokus Anti-Atom» schreibt in einer Mitteilung vom Montag, der Betrieb des AKW Mühleberg stelle bis zur Abschaltung der Anlage ein zu grosses Risiko dar. Diese sei deshalb sofort abzuschalten. Das Gesuch werde die Organisation prüfen.

2031 keine strahlenden Gefahrenquellen mehr

Die eidgenössische Atomaufsicht Ensi gab im vergangenen Dezember bekannt, dass ein Gutachten zu den sicherheitstechnischen Aspekten des BKW-Stilllegungsgesuchs voraussichtlich Mitte 2017 vorliegen werde. Das Bundesamt für Energie geht davon aus, dass die Stilllegungsverfügung Mitte 2018 erlassen werden kann.

Die Stilllegung beschreibt die BKW als Prozess von der Einstellung des Leistungsbetriebs im Dezember 2019 bis zum Zeitpunkt, in dem die Behörden bestätigten, dass auf dem Areal keine radiologischen Gefahrenquellen mehr vorhanden sind. Voraussichtlicher Zeitpunkt dafür ist das Jahr 2031.

(awp/gku/me)

Anzeige