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Übernahmestreit
Stimmrechtsberater ISS stützt Sika

Sika: Die Opt-Out-Klausel als Zankapfel. Keystone

Die Aktionärsberater von ISS schlagen sich auf die Seite des Sika-Managements und somit gegen den Verkauf an die französische Konkurrentin Saint-Gobain durch die Eigenümerfamilie Burkard.

Veröffentlicht am 31.03.2015

Im Übernahmestreit um Sika schlägt sich der einflussreiche US-Aktionärsberater ISS auf die Seite des Schweizer Bauchemiekonzerns. ISS empfiehlt den Sika-Aktionären den bestehenden Verwaltungsrat wiederzuwählen, wie die Beratungsfirma am Dienstag mitteilte. Damit stellt sich ISS gegen die Gründerfamilie, die das Gremium auswechseln will, um die Machtübernahme durch Saint-Gobain in die Wege zu leiten.

Gegen Ausnahmeregelung

Die Familie Burkard hatte im Dezember angekündigt, ihren Anteil an Sika für 2,75 Milliarden Franken an den französischen Baustoffhersteller zu verkaufen. Die Burkards haben zwar nur einen Kapitalanteil von 16 Prozent, aber einen Stimmenanteil von 52 Prozent. Mit der Familie vereinbarte Saint-Gobain eine Prämie von rund 80 Prozent auf den damaligen Aktienkurs, die übrigen Investoren sollen leer ausgehen.

Das ist möglich, weil die sogenannte «Opt-out«-Klausel in den Statuten der Firma einen Käufer eines Sika-Aktienpakets von der in der Schweiz üblichen Verpflichtung entbindet, ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre abzugeben. Bleibt die Regelung bestehen, profitiert Saint-Gobain davon, denn eine Übernahme der ganzen Sika wäre für die Franzosen ein grosser Brocken. Die Berater von ISS empfehlen, dass die Ausnahmeregelung abgeschafft wird.

Jahrelanges Tauziehen am Horizont

Die Amerikaner sind auch der Ansicht, dass ein Wechsel im Verwaltungsrat nicht angezeigt ist. Die Familie will auf der Aktionärsversammlung vom 14. April den Verwaltungsrat mit eigenen Vertretern besetzen und dafür sorgen, dass Saint-Gobain mit einem vergleichweise geringen Kapitaleinsatz die Kontrolle über Sika übernimmt.

Voraussichtlich wird sich der Verwaltungsrat auf der Generalversammlung durchsetzen, indem er auch die Stimmrechte der Familie wie angekündigt beschränkt. Dagegen dürfte die Familie allerdings klagen, so dass mit einem langen juristischen Tauziehen zu rechnen ist, bevor die Frage entschieden ist.

(reuters/chb)

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