Europas grösster Halbleiterhersteller STMicroelectronics braucht wegen der Branchenkrise und der geplanten Abspaltung einer defizitären Tochter dringend Geld. Für den anstehenden Umbau des Konzerns müssten möglicherweise bis zu 500 Millionen Dollar an Kapital aufgenommen werden, wie das Unternehmen in Genf mitteilte.

Der Umsatz ging weiter leicht zurück und unter dem Strich stand wegen des Gemeinschaftsunternehmens mit dem schwedischen Mobilfunkausrüster Ericsson ein dickes Minus.

STMicro hatte im Dezember angekündigt, bei ST-Ericsson aussteigen zu wollen. Dies soll bis Ende des dritten Quartals über die Bühne gegangen sein. Das im Februar 2009 gegründete Joint Venture für Mobilfunkchips belastet STMicro bereits seit geraumer Zeit.

 Quartalsminus von 428 Millionen Dollar

Der Chiphersteller kämpft darüber hinaus wie die Konkurrenz mit einer geringen Nachfrage. Zumindest hier sieht STMicro-Chef Carlo Bozotti einen Hoffnungsschimmer. Es gebe Zeichen der Besserung. Er rechnet damit, dass die Nachfrage im Jahresverlauf weiter anziehen wird.

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Im ersten Quartal dürfte das allerdings noch nicht der Fall sein. Hier geht Bozotti vor allem wegen der Probleme bei ST-Ericsson von einem weiteren Umsatzrückgang von bis zu 10,5 Prozent aus.

Im vierten Quartal ging der Erlös um 1,3 Prozent auf 2,16 Milliarden Dollar zurück. Unter dem Strich stand ein Minus von 428 Millionen Dollar nach eine Minus von 11 Millionen Dollar im Jahr davor.

(vst/tno/awp)