SBB-Konzernchef Andreas Meyer hat genug von den Problemen um die neuen Doppelstockzüge für den Fernverkehr. Noch vor den Sommerferien hat er deshalb Hersteller Bombardier zu sich aufgeboten, wie der Bahnmanager im Interview mit der «Handelszeitung» verrät.

«Wir wollen wissen, wann die Züge kommen und was Bombardier unternimmt, um diese Verspätungen zu minimieren», sagt Meyer zur grössten Rollmaterialbestellung der SBB-Geschichte. Bis jetzt gehen die Bundesbahnen davon aus, dass die IC-Züge ab Ende 2015, also mit zweijähriger Verspätung, ausgeliefert werden.

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In der Branche ist hingegen bereits von einem bis zu vierjährigen Verzug die Rede. «Wir führen die Gespräche mit Bombardier nicht so locker», betont Meyer. «Und klar: Auch Geld steckt dahinter.» Wie hoch die Strafzahlung für Bombardier kommen könnte, will der SBB-Konzernchef im Detail nicht verraten. «Ich kann Ihnen aber sagen, dass sie viel höher ist als alles, was ich bis jetzt in einem Rollmaterial-Vertrag gesehen habe.»

«Hausaufgaben gemacht»

Zuversichtlich ist Meyer, dass der SBB-Güterverkehr 2013 erstmals nach vierzig Jahren aus der Verlustzone fahren wird. «Wir sind gut gestartet», sagt der Bahnchef. «Die Treppe zur schwarzen Null ist vorgezeichnet.» Ungebrochen ist bei den SBB die Freude darüber, dass man der Konkurrentin BLS auf der Gotthardachse einen Millionenauftrag der Deutschen Bahn wegschnappen konnte.

Meyer sagt, dass dies nicht einfach mit sportlichen Rabatten gelungen sei «Wenn bei uns irgendjemand einen Auftrag reinholt, bei dem wir keinen Gewinn machen, ist das inakzeptabel. Wir haben einfach unsere Hausaufgaben gemacht.»

Das ganze Gespräch mit Andreas Meyer lesen Sie in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Mittwoch am Kiosk.