Mit einem farbenfrohen Feuerwerk und einer pompösen Feier hat am 1. Mai die Weltausstellung 2010 in Schanghai ihre Tore geöffnet. Am Eröffnungswochenende haben bereits eine halbe Million Menschen die Expo in Schanghai besucht.

Obwohl sich China der Welt mit der grössten je veranstalteten Weltausstellung von seiner allerbesten Seite präsentieren wird: Nur ein kleiner Bruchteil der Besucher wird aus dem Ausland kommen.

Experten rechnen damit, dass sich die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen der Expo in Grenzen halten werden. Zwar profitieren zumindest kurzfristig Unternehmen der Tourismusbranche und der Transportindustrie von der Expo. «Wir erwarten aufgrund von Chinas Grösse aber nur einen geringen direkten Effekt auf die gesamte chinesische Volkswirtschaft», so der UBS-Schwellenländer-Analyst Kilian Reber. Dennoch sei die Expo für China eine Chance, sein internationales Ansehen zu verbessern, was sich auch auf die Fähigkeit, ausländische Investoren anzuziehen, auswirken dürfte.

Immobilienblase beunruhigt

In den letzten Monaten hat das Land der Mitte unterdurchschnittlich performt. So verlor der chinesische Leitindex Shanghai Composite seit Jahresbeginn über 12% an Wert.

Nicht ohne Grund: Befürchtungen über eine Immobilienblase in China waren in letzter Zeit häufig zu vernehmen. Gerade in den Grossstädten sind die Preise für Immobilien im letzten Jahr rasant geklettert. Creig Chen, Portfoliomanager für DWS Invest Chinese Equities, betont, dass die Ängste vor einer Immobilienblase vor allem im Ausland, weniger aber in China selbst bestehen würden.

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Die Häuserpreise seien vor allem in den führenden chinesischen Metropolen wie Schanghai, Peking oder Seijung sehr hoch, in anderen Grossstädten seien sie jedoch relativ angemessen, so Chen. Die chinesische Regierung ist jüngst aktiv geworden und hat den Kauf von Immobilien auf Kredit erschwert. Damit soll vor allem Spekulanten Einhalt geboten werden, welche die Immobilienpreise hochtreiben.

Trotz der Weltwirtschaftskrise hat China im Jahr 2009 ein Wirtschaftswachstum von 8,7% erzielt. Auch für dieses Jahr hat der chinesische Premier Wen Jiabao ein Ziel von 8% Wirtschaftswachstum bekannt gegeben. Dieser ambitiöse Vorsatz sorgt jedoch nicht nur für Begeisterung unter Beobachtern. Investoren sind besorgt, dass das hohe Wachstumsziel nur durch rekordhohe neue Schulden zu erreichen sei.

«China ist eines der Länder mit der tiefsten Verschuldungsrate», entgegnet Chen solcher Kritik (siehe Grafik). Verglichen mit anderen Staaten steht China tatsächlich gut da. Allerdings sieht auch Chen in der Inflation ein mögliches Risiko für Anleger. Viele Marktkenner halten den Renminbi für unterbewertet und rechnen über kurz oder lang mit einer Aufwertung. Seit 2008 hält China den Renminbi an den Dollar gekoppelt. Insbesondere die USA werfen China vor, dadurch den Wechselkurs niedrig zu halten und sich so Vorteile im Welthandel zu verschaffen.

«Wir sehen eine Aufwertung des Renminbi von bis zu 5% gegenüber dem Dollar in zwölf Monaten», prognostiziert UBS-Analyst Reber. Das könne sich insgesamt positiv auf chinesische Aktien auswirken, auch auf die in Hongkong kotierten H-Aktien, so der Analyst weiter.

Inländischer Konsum treibt an

Experten gehen davon aus, dass China auch in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnen wird. Wegen des steigenden Energiehungers bevorzugt Reber Energie-Aktien sowie aufgrund des robusten Investitionswachstums Unternehmen im Grundstoffe-Sektor. Der DWS-Fondsmanager Chen geht davon aus, dass im heimischen Konsum in China grosses Aufholpotenzial auszumachen sei. «Der inländische Konsum ist der nächste grosse Wachstumsmotor von China», sagt Chen. Davon werde insbesondere der Tourismus profitieren. Auch in den Sektoren Healthcare und soziale Sicherheit sind durch Regierungsreformen grosse Ausgaben zu erwarten. Interessierten Anlegern bieten sich an der SIX Swiss Exchange gleich drei China-ETF an. Mit einer Management Fee von 0,6% das günstigste Produkt ist der db x-tracker FTSE / Xinhau China 25 ETF. Weiter stehen der iShares FTSE / Xinhua China 25 und der Lyxor ETF China Enterpreise (HSCEI) zur Auswahl. Einen Aktien-Fonds auf China bietet DWS an.

Ein Tracker-Zertifikat auf einen China Infrastructure Basket hat die CS im Angebot - das Vehikel läuft noch bis April 2012. Einen Open- end-Tracker auf den China Urbanization Performance Index bietet Vontobel an.