Die Professorinnen Jetta Frost, Universität Hamburg, und Michèle Morner, Universität Witten/Herdecke, stellten ihr Buch «Konzernmanagement: Strategien für Mehrwert» dem Publikum des Themenabends der Schweizerischen Gesellschaft für Organisation und Management vor. Mehrwert in einem Konzern zu schaffen ist die Aufgabe und gleichzeitig Existenzberechtigung von Konzernleitungen. Eine der möglichen Strategien dazu ist die Bildung von Synergien.

So betonte Thomas Buberl, CEO der Zurich Schweiz, die Synergien zwischen ihren Ländergesellschaften, was in der Versicherungsbranche einzigartig sei. Allerdings sei unabdingbar, dass die Verantwortlichkeiten klar geregelt seien. Als schwierig gestalte sich die Anordnung zu Synergien. Eine Möglichkeit seien finanzielle Vorgaben. Klare Worte fand der frühere Post-Chef und heutige Verwaltungsratspräsident der SBB, Ulrich Gygi: Wenn der Befehl zur Kooperation der einzelnen Firmen und Divisionen nichts nütze, so müsse man die Köpfe auswechseln. Denn der menschliche Aspekt in der Zusammenarbeit müsse berücksichtigt werden.

Dem stimmte auch Ulrich Wydler, COO Access + Data Systems Kaba zu, dessen Aufgabe es ist, mit einer neuen Konzernstruktur Synergien zu schaffen. Er ortet die Schwierigkeit, Mehrwert zu schaffen, im fehlenden Willen der Konzerntöchter, sich an der Erbringung von kollektiven Ressourcen zu beteiligen. Zu beobachten ist auch das Paradox, dass die Konzernleitung für ihre Daseinsberechtigung einen Mehrwert schaffen muss, dieser in den Geschäftsberichten hingegen selten ausgewiesen wird, um die Erwartungen der Analysten tief zu halten.

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