Die Geschäfte des Dentalimplantat-Herstellers Straumann haben nach einem vom Management als «verhalten» eingestuften ersten Quartal im zweiten Vierteljahr eine Beschleunigung erfahren. Der Umsatz sank im Vorjahresvergleich dennoch um 1,9 Prozent auf 354,8 Millionen Franken. In Lokalwährungen betrug der Rückgang 1,7 Prozent. Der Bruttogewinn erreichte 276,2 Millionen (-0,8 Prozent). Der Ebit stieg indessen um 4,1 Prozent bzw. auf 56,8 Millionen und der Reingewinn um fast 21 Prozent auf 53,7 Millionen. Die Ebit-Marge verbesserte sich gegenüber den infolge revidiertem IAS 19 angepassten Vorjahreswerten um 0,9 Prozentpunkte auf 16,0 Prozent, teilt das Unternehmen am Dienstag mit.

Sondereffekte im ersten Halbjahr 2013 ausgeklammert habe sich der Ebit auf 62,3 Millionen Franken belaufen und die entsprechende Marge auf 17,6 Prozent, heisst es weiter. Als Sondereffekte werden in der Mitteilung Restrukturierungskosten von 13 Millionen und eine Reduktion der Pensionskassenverpflichtungen von 7 Millionen im Zusammenhang mit Kostenoptimierungsmassnahmen erwähnt.

Erwartungen übertroffen

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten ausser beim Ebit übertroffen, beim Reingewinn deutlich. Der um Sondereffekte bereinigte Ebit lag indessen über den Konsenserwartungen. Von AWP befragte Analysten haben im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Umsatz von 349,5 Millionen Franken, einen EBIT von 60,3 Millionen und einen Reingewinn von 35,7 Millionen erwartet.

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«Die harten Massnahmen zur Verringerung unserer Kosten beginnen Früchte zu tragen. Auch die Umsatzsteigerung im zweiten Quartal ist ein positives Zeichen. Es belegt, dass die Restrukturierungen unsere Fähigkeit zur Umsatzsteigerung nicht beeinträchtigt haben», wird CEO Marco Gadola in der Mitteilung zitiert.

Vor wird kaum erreicht

In Anbetracht des schwachen ersten Quartals und des voraussichtlich weiter anhaltenden Abschwungs in Europa rechne das Management nicht damit, den Jahresumsatz vom Vorjahr zu übertreffen, heisst es weiter. «Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir die von uns angestrebten Rentabilitätsverbesserungen erzielen werden», so der CEO.

Sonderaufwendungen

Für das zweite Halbjahr werden Sonderaufwendungen infolge auslaufender Arbeitsverträge von 3 bis 5 Millionen Franken erwartet, so die Mitteilung weiter.

In etwas Mehr Details geht das Management davon aus, dass die positiven Entwicklungen in Nordamerika und anderen schwach durchdrungenen Märkten weiter anhalten werden. In Europa hingegen dürften 2013 die schwache Konjunktur und die verhaltene Konsumentenstimmung die allgemeine Umsatzentwicklung des Unternehmens dämpfen. Trotz tieferem Jahresumsatz dürfte der Erfolg der Kosteneinsparmassnahmen die Rentabilität wie geplant «nachhaltig» steigern, heisst es weiter. Der Hauptteil der Einsparungen werde sich ab dem dritten Quartal einstellen. Straumann sei bestrebt, mittelfristig wieder zu solidem Wachstum und einer höheren Betriebsmarge zurückzukehren, so die Mitteilung.

(tke/aho/awp)