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Straumann Gruppe: Sondereffekt drückt Gewinn

Angestellte der Straumann Gruppe arbeiten an Zahnimplantaten. (Bild: Keystone)

Der Basler Implantatehersteller Straumann ist im ersten Halbjahr in sämtlichen Regionen gewachsen. Nur eine unerwartete Wertabschreibung in Japan hat das Ergebnis negativ beeinträchtigt.

Veröffentlicht am 16.08.2011

Der Dentalimplantatehersteller Straumann mit Sitz in Basel hat im ersten Halbjahr 2011 in Lokalwährung ein leichtes Umsatzplus erzielt. EBIT und Reingewinn sind aufgrund einer ausserordentlichen Wertverminderung in Japan deutlich zurückgegangen. Straumann erwägt den Rückkauf von eigenen Aktien im Wert von bis zu 100 Millionen Franken.

Straumann hat im ersten Semester 2011 einen Gruppen-Umsatz von 367,3 Millionen Franken erzielt, entsprechend einem Plus von 4,8 Prozent in Lokalwährungen (LW) resp. einem Minus von 6,4 Prozent in Franken. Die fortgesetzte Stärkung des Schweizer Frankens habe den negativen Währungseffekt verschärft und habe das Umsatzwachstum um elf Prozentpunkte geschmälert, teilte das Unternehmen mit. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT sank nach einem ausserordentlichen Effekt um 61 Prozent auf 38,9 Millionen Franken, bei einer Marge von 10,6 Prozent - nach 25,2 Prozent im Vorjahr.

Ereignisse in Japan

Der Sondereffekt sei auf die Ereignisse in Japan zurückzuführen. Straumann hat für den im Jahr 2007 übernommenen japanischen Distributor einen Wertverminderungsaufwand in Höhe von 40,2 Millionen Franken erfasst, zumal sie die Marktaussichten für Japan in den kommenden fünf bis zehn Jahren als «zurückhaltend» bewertet und von einer vollständigen Wertminderung der entsprechenden Vermögenswerte ausgeht.

Ohne den Sondereffekt hätte der EBIT 79,2 Millionen betragen, bei einer Marge von 21,6 Prozent. Der Reingewinn im Berichtszeitraum belief sich ohne Wertminderung auf 65,2 Millionen Franken, was 6 Millionen Franken über dem währungsbereinigten Vorjahreswert liegt. Nach dem Japan-Abschreiber verlieb unter dem Strich ein um 53 Prozent tieferer Reingewinn von 38,5 Millionen Franken.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten in puncto Umsatz in etwa getroffen, bezüglich EBIT und Reingewinn aber infolge des relativ unerwarteten hohen Sondereffekts klar verfehlt.

Das Umsatzwachstum der Berichtsperiode sei generell durch höhere Verkaufsvolumen im Implantategeschäft vorangetrieben worden. Wachstumstreiber seien zudem die vorgesetzte Einführung von Scanner-Ausrüstungen sowie Produkte für orale Geweberegeneration gewesen.

Umsatzwachstum in allen Regionen

Punkto Regionen verzeichneten gemäss Mitteilung alle Regionen ein anhaltendes Wachstum im zweiten Quartal. Nordamerika habe mit einem Umsatzwachstum (in Lokalwährungen) von zehn Prozent den Hauptbeitrag geleistet, während Europa und Asien/Pazifik «bescheidenere» Steigungen meldeten. Stark zugenommen hätten die Schwellenländer mit einem Wachstum von 37 Prozent (in LW) bzw. 32 Prozent (in Franken).

Volumensteigerungen bei höhermargigen Produkten hätten den negativen Währungseffekt etwas abgefedert, schreibt Straumann. Dennoch habe man bereits Massnahmen eingeleitet, um das Währungsrisiko zu reduzieren. So sollen unter anderem der Beitrag der USA zur weltweiten Produktion erhöht sowie Verträge mit Lieferanten neu verhandelt werden. Bei Investitionen in Forschung- und Entwicklung wolle man jedoch nicht zurückstufen. So lagen die Ausgaben weiterhin bei über fünf Prozent des Umsatzes.

Für das Gesamtjahr 2011 senkt die Gruppe ihre Erwartungen leicht und prognostiziert neu ein währungsbereinigtes Marktwachstum im «niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich». Zuvor wurde ein mittleres einstelliges Wachstum in Aussicht gestellt. Straumann geht unverändert davon aus, den Markt in puncto Wachstum zu übertreffen.

Während die operative Leistung auf Kurs sei, würden die Margen angesichts der zunehmenden Stärke des Schweizer Frankens verstärkt unter Druck geraten. Das Unternehmen geht daher davon aus, dass die operative Marge im Gesamtjahr - unter Ausschluss der Wertminderung - im «hohen Zehnprozentbereich» liegen dürfte. Bis dato versprach Straumann eine Marge von «rund 20 Prozent».

(kgh/laf/awp)

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