Am Hauptsitz des Zahnimplantatehersteller Straumann in Basel kommt es zum personellen Kahlschlag: Das Unternehmen streicht 110 der aktuell rund 490 Stellen. Damit fällt fast jeder fünfte Arbeitsplatz der jüngsten Reorganisation zum Opfer.

Straumann begründet die Personalreduktion - weltweit werden 200 von rund 2400 Stellen wegfallen - mit der ausbleibenden Erholung des Marktes für Zahnimplantate. Mit der am Montag angekündigten Reorganisation wird Straumann seinen Personalbestand in etwa wieder auf das Niveau des Jahres 2008 schrumpfen, wie Konzernchef Marco Gadola gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

«Realität des Marktes»

«Es war Zeit, der Realität des Marktes in die Augen zu schauen», sagte Gadola weiter. Das Wachstum des Marktes, mit welchem man vor einem Jahr noch gerechnet habe, sei nicht eingetroffen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt rechne man zudem auch nicht damit, dass es bald zu einer Erholung komme. Angesichts dessen lasse sich der derzeitige Personalbestand nicht länger aufrechterhalten.

Villeret ist nicht betroffen

Tatsächlich hat Straumann im vergangenen Jahr mit 686,3 Millionen Franken rund 100 Millionen Franken weniger umgesetzt, als im Jahr 2008, aber rund 300 Personen mehr auf der Lohnliste gehabt. Im Zuge der nun angekündigten Reorganisation werden hauptsächlich administrative Stellen wegfallen. Die Produktion in Villeret ist von Abbau gemäss Straumann nicht betroffen.

Im ersten Quartal hat sich die schlechte Marktentwicklung zudem weiter in den Zahlen von Straumann niedergeschlagen. Aufgrund der schwachen Konjunktur in Europa und der Billigkonkurrenz verringerte sich der Umsatz von Januar bis März im Vergleich zu 2012 um 6 Prozent auf 174,8 Millionen Franken.

Anzeige

Gute US-Geschäfte

Während in Europa und Japan die Verkäufe zurückgingen, konnte Straumann in Nordamerika immerhin einen mehr oder weniger stabilen Umsatz verzeichnen. In Lateinamerika und China kam es gar zu einem Wachstum. Mehr als die Hälfte des Umsatzes macht Straumann aber in Europa. Zusätzlich hat das Unternehmen insbesondere in Spanien und Italien eine gute Marktposition, in Länder also, in denen die Konsumstimmung besonders schlecht ist.

Einen ersten Stellenabbau hat Straumann bereits vergangenen Herbst angekündigt. Damals wurden weltweit 150 Stellen gestrichen, 50 davon in Basel. Entlassen werden mussten damals in der Stadt am Rheinknie rund 30 Personen.

(rcv/chb/sda)