Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann ist auf Kurs. Alle Geschäftssegmente vermeldeten im ersten Quartal Wachstum. Der Gruppenumsatz steigerte sich um 7 Prozent auf 193 Millionen Franken. Besonders gut lief es in den Regionen Nordamerika, Asien/Pazifik und Lateinamerika.

Die Hälfte des Wachstums entfällt auf die Region Asien/Pazifik, wo die Absätze aufgrund des Lageraufbaus durch neue Händler in China hochschnellten. Nord- und Lateinamerika vermeldeten ebenfalls zweistelliges Wachstums.

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Übernahme in Brasilien

Die Zahlen für Lateinamerika wurden erstmals separat ausgewiesen. Mit der vollständigen Übernahme der brasilianischen Neodent und der geplanten Expansion in Südamerika habe Lateinamerika nun eine Grösse erreicht, die den Status einer separaten Region gerechtfertigt, schreibt Straumann in einer Mitteilung am Donnerstag.

Zählt man Neodent dazu, entfallen mittlerweile 10 bis 15 Prozent des Gruppenumsatzes auf diese Region. Das organische Wachstum im ersten Quartal betrug 12 Prozent, was der Konzern mit starken Ergebnissen in Mexiko und Brasilien begründet.

EMEA schwächelt

In der wichtigsten Absatzregion Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) drückten jedoch Preissenkungen, die der Konzern in Folge der Frankenaufwertung vornehmen musste, auf den Umsatz. In dieser Region werden die Rechnung an die Distributoren gemäss Konzernchef Marco Gadola in Schweizer Franken ausgestellt.

Der CEO bezifferte die Umsatzeinbusse durch diese Rabatte auf 1 bis 2 Prozent des Umsatzes der Marktregion. Die Preisnachlässe seien in den Märkten Russland, Türkei und auch im arabischen Raum gewährt worden, sagte Gadola gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.

Unsichere Lage im Nahen Osten

Ausserdem schlug sich die unsichere Lage im Nahen Osten in verzögerten Ausschreibungen und unregelmässigen Bestellmustern nieder. Mit 98,9 Millionen Franken lag der EMEA-Umsatz in den ersten drei Monaten um 8,4 Prozent unter Vorjahresniveau.

Alles in allem zeigt sich das Management ob der Entwicklung in den ersten drei Monaten aber zufrieden und geht davon aus, dass sich das Wachstum im weltweiten Implantatmarkt weiter beschleunigen wird. Das Ziel sei ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich, hiess es. Im ersten Quartal lag das organische Wachstum bei 8 Prozent.

Weitere Schritte gegen Frankenstärke

Auch werde man weitere Massnahmen umsetzen, um die Folgen der Frankenaufwertung zu mildern. Was das genau bedeutet, liess das Unternehmen in der Mitteilung offen. Bereits im Februar hatte Straumann angekündigt, seinen Mitarbeitern die Löhne um 5 Prozent zu kürzen.

Das untere Kader muss eine Lohneinbusse von etwa 6 Prozent hinnehmen und die Teppichetage schnallt den Gürtel ebenfalls enger: Firmenchef Marco Gadola etwa erhält 35 Prozent weniger und der Rest der Geschäftsleitung 25 Prozent weniger. Auch die Verwaltungsräte müssen mit einem um 28 Prozent geringeren Lohn auskommen.

Grenzgänger-Idee kam schlecht an

Ursprünglich hatte Straumann zudem den Grenzgängern die Löhne in Euro auszahlen wollen. Das kam aber schlecht an, so dass der Zahnimplantatehersteller der Belegschaft nur noch einen Teilverzicht auf die Boni unterbreitete.

(sda/tno/ama)