Trotz Frankenstärke und Konkurrenzkampf hat der Zahnimplantatehersteller Straumann 2015 mehr verkauft als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 798,6 Millionen Franken, in Lokalwährungen sogar um 19 Prozent. Der Gewinn brach um gut die Hälfte auf 71,5 Millionen Franken ein.

Organisch schaute ein Umsatzwachstum von 10 Prozent heraus, wie Straumann am Donnerstag mitteilte. Zum Umsatz steuerte die im April übernommene brasilianische Neodent 63 Millionen Franken bei. Sie liefert günstige Zahnimplantate.

Robuste Geschäfte in Nordamerika

Der Betriebsgewinn (EBIT) erreichte 172,6 Millionen Franken und damit 16,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Belastet wurde das Ergebnis durch die Aufwertung des Frankens zum Euro und zum brasilianischen Real. Der Gewinneinbruch erklärt sich aus einem einmaligen, nicht liquiditätswirksamen Aufwand von 73 Millionen Franken wegen der Übernahme von Neodent. Ohne diesen Sondereffekt lag der Reingewinn bei 144,7 Millionen Franken.

Das Jahresergebnis ist auf die nachhaltige Erholung in Europa, das kräftige Wachstum im Raum Asien/Pazifik und Lateinamerika sowie die robusten Geschäfte in Nordamerika zurückzuführen. Das vierte Quartal war für Straumann das stärkste seit sieben Jahren, berichtet die Firma weiter. Dazu steuerten alle Sparten und Regionen bei, allen voran China, Frankreich, Italien, Brasilien und Japan.

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Doch noch Bonus

Straumann reagierte auf die abrupte Frankenaufwertung Mitte Januar 2015 mit strikter Kostendisziplin. Die Mitarbeitenden erhielten neue Verträge mit erheblich reduzierten Bonuszahlungen. Auf den Gesamtlohn gesehen betrug die Einbusse 5 Prozent.

Allerdings richtet das Unternehmen nach dem über Erwarten starken Jahr Boni aus, welche die Einbussen in den meisten Fällen kompensieren. Das liegt den Angaben vom Donnerstag zufolge aber im Ermessen der Geschäftsleitung.

Solides Wachstum erwartet

Der Generalversammlung schlägt Straumann eine Dividende von 4 Franken pro Aktie vor nach 3,75 Franken 2014. Für 2016 erwartet das Unternehmen ein solides Wachstum der weltweiten Implantatemärkte und will weiterhin mit dem Markt wachsen. Das organische Wachstum sollte im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen. Die Betriebsgewinnmarge sollte weiter zunehmen.

(sda/mbü/ama)