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Musikindustrie
Streaming-Dienst Youtube Music in den Startlöchern

Youtube Music: Robert Kyncl will von grosser Vielfalt profitieren. Keystone

Auch YouTube steigt in den Markt für Musik-Streaming aus dem Internet ein. Das Videoportal bietet den Kunden auch Musik ohne direkte Internetverbindung an.

Veröffentlicht am 13.11.2015

Das Videoportal YouTube steigt in den Markt für Musik-Streaming aus dem Internet ein. Die nach dem Mutterhaus Google und dem sozialen Netzwerk Facebook am dritthäufigsten besuchte Website der Welt bietet in den USA auf YouTube Music Songs mit und ohne Video an.

Nutzer können mühelos zwischen beiden Varianten wählen. YouTube Music zielt vor allem auf mobile Nutzer von YouTube. Diese Nutzer können nun Videos abschalten und nur die Musik laufen lassen - und verbrauchen so nicht viel Batterie oder Datenvolumen.

«Riesiger Fundus»

«Die meisten Leute, die in den USA Musik hören, tun das im Auto», sagte dazu YouTube-Entwickler T. Jay Fowler. Angewählte Titel werden bei YouTube Music zwischengespeichert und können so auch ohne Internetverbindung gehört werden.

Auf eigenen «Kanälen» können Nutzer sich neue und möglicherweise ihrem Geschmack entsprechende Titel vorschlagen lassen und dabei einstellen, wie experimentierfreudig sie sein wollen.

Neben Originalstücken von Künstlern sollen Cover-Versionen, Konzertmitschnitte und Amateurbeiträge von anderen Nutzern angeboten werden. «Der Zauber von YouTube Music ist der riesige Fundus», sagte Fowler. «Wir wollen nicht einfach ein weiterer Wettbewerber sein, sondern stattdessen noch mehr Menschen für das Streamen von Musik begeistern.»

YouTube Music wird vorerst nur in den USA verfügbar sein. Kunden des Premiumdienstes YouTube Red, der erst Ende Oktober an den Start gegangen war, bekommen für den Abo-Preis von knapp zehn Dollar pro Monat auch YouTube Music, und zwar werbefrei. Für andere Nutzer ist der Dienst zwar kostenlos, aber von Werbung unterbrochen.

Branche kritisiert zu viele kostenfreie Titel

Streaming wird für die Musikindustrie ein immer wichtigerer Vertriebskanal. Die Universal Music Group, das weltweit grösste Musiklabel, machte im vergangenen Quartal erstmals mehr als die Hälfte seiner Einnahmen aus dem Digitalgeschäft mit der direkt aus dem Internet abgespielten Musik.

Derzeit grösster Streaming-Anbieter ist das schwedische Spotify mit 75 Millionen Nutzern, von denen 20 Millionen ein kostenpflichtiges Abo haben.

Musiker klagen, dass die Methode keine ausreichenden Einnahmemöglichkeiten biete. YouTube selbst wurde schon vor Einführung seines Streamingangebotes kritisiert, dass auf der Website zu viele Titel kostenfrei zu finden seien.

In seinem Blog teilte YouTube zuletzt mit, das Videoportal und Google hätten mittlerweile über drei Milliarden Euro an die Musikindustrie überwiesen. «Ich möchte alle Nutzer daran erinnern, dass Musik einen eigenen Wert hat, und es sich lohnt, dafür zu zahlen», sagte Entwickler Fowler.

(sda/chb)

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