Der Billigflieger Ryanair muss den ersten Gewinnrückgang seit fünf Jahren verdauen. Der Gewinn sank im ersten Geschäftshalbjahr um 7 Prozent auf 1,20 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Dublin mitteilte.

Als Gründe für den Gewinnrückgang nannte Ryanair die Streiks, hohe Kerosinpreise, geringere Ticketpreise und Ersatzzahlungen wegen der EU-Fluggastrechte. Aus den gleichen Gründen hatte Ryanair bereits Anfang Oktober seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gesenkt.

Anlässlich der der Präsentation der jüngsten Quartalsbilanz äusserte sich Ryanair-Chef Michael O'Leary auch zum Streit mit den deutschen Gewerkschaften. Er auf eine Einigung noch vor Weihnachten. «Es gibt eine sehr viel vernünftigere Einstellung bei den Gewerkschaften, aber auch bei uns», sagte er.

Dies sei auf die schwierige Lage der Branche und den Abbau von Arbeitsplätzen bei Piloten und Flugbegleitern in den vergangenen Wochen zurückzuführen. «Wir erwarten in den kommenden Wochen keine weiteren Streiks, sie können aber auch nicht ausgeschlossen werden.» Er habe die Hoffnung, dass keine weiteren Ryanair-Standorte geschlossen oder verkleinert werden müssten. «Das kann aber nicht ausgeschlossen werden, wenn die Ölpreise weiter steigen und die Ticketpreise weiter sinken.» 

Europas grösster Billigflieger wird seit Monaten in mehreren Ländern von Ausständen überzogen. Die Gewerkschaften werfen den Easyjet-Rivalen unter anderem vor, Mitarbeitern lokale Verträge zu verwehren.

Der Streit eskalierte, als Ryanair ankündigte, den Standort Bremen zu schliessen sowie die Kapazitäten in Weeze am Niederrhein zu reduzieren.

(reuters/awp/ise/gku)